Tarifverhandlungen unterbrochen Piloten drohen Lufthansa mit neuem Streik

Zurück auf Los: Die Vereinigung Cockpit hat die Tarifverhandlungen mit der Lufthansa unterbrochen. Nun drohen die Piloten dem Unternehmen damit, den Flugverkehr nach Ostern erneut lahmzulegen.

Lufthansa-Pilot: Im Februar dauerte der Ausstand einen Tag
dpa

Lufthansa-Pilot: Im Februar dauerte der Ausstand einen Tag


Frankfurt am Main - Die Lufthansa Chart zeigen und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten ihre Kompromissbereitschaft nach dem eintägigen Piloten-Ausstand im Februar stets unterstrichen - doch gebracht hat es offenbar nichts. Denn die Cockpit-Crews wollen nach Ostern wieder streiken.

Die Flugzeugführer der Konzernmutter Lufthansa, der Billigtochter Germanwings und der Frachtsparte Cargo werden vom 13. April bis 16. April die Arbeit niederlegen, wie die Pilotengewerkschaft am Montag mitteilte. Der Streik solle erst Mitte April stattfinden, um Rücksicht auf die Oster-Feiertage zu nehmen und dem Konzern ausreichend Zeit für eine Kurskorrektur zu geben. Weiter hieß es, dass die Vergütungs- und Manteltarifvertragsverhandlungen zwischen der Pilotengewerkschaft und der Lufthansa für das Cockpitpersonal erneut ohne Ergebnis geblieben sind.

Die Lufthansa erklärte, sie habe der Gewerkschaft in den vergangenen Wochen ein Angebotspaket übermittelt, mit dem sie auf die Besorgnis der Piloten um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze eingegangen sei. Dennoch habe Cockpit "die Gespräche vorerst ausgesetzt".

Cockpit hatte im Februar einen ursprünglich auf vier Tage angesetzten Streik bereits nach einem Tag abgebrochen. Dennoch kostete der Ausstand die Lufthansa 50 Millionen Euro.

Lufthansa hatte zuvor versucht, die Arbeitsniederlegungen mit einer einstweiligen Verfügung unterbinden zu lassen, weil sie den Streit für rechtswidrig hielt. Konzern und Piloten einigten sich daraufhin vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main in einem Vergleich darauf, die Tarifgespräche vorläufig wieder aufzunehmen.

Lufthansa verweist auf wirtschaftliche Lage

Der Pilotenvereinigung geht es in den Tarifverhandlungen im Kern darum, dass beim Mutterkonzern Lufthansa in Deutschland keine Pilotenjobs verloren gehen. Die Gewerkschaft sieht die Gefahr, dass die Lufthansa zunehmend Verbindungen von ausländischen Tochtergesellschaften bedienen lässt, deren Piloten weniger verdienen.

Nach Angaben der Gewerkschaft sieht das neue Angebot der Lufthansa eine 21-monatige Nullrunde sowie eine deutliche Verschlechterung des Manteltarifvertrages vor. Dies komme "überhaupt nur dann in Frage, wenn die Lufthansa die bereits bestehende Tarifvereinbarung zur Arbeitsplatzabsicherung wieder einhält", erklärte die Cockpit-Tarifkommission. Die derzeit bestehende Sicherungsvereinbarung schreibe vor, dass unter der Dachmarke Lufthansa auf Passagierflugzeugen mit mehr als 70 Sitzen nur Mitarbeiter eingesetzt werden, die unter den Geltungsbereich des Konzerntarifvertrages fallen.

Das Unternehmen verteidigte die Offerte, die den Piloten Bestandsschutz für ihre Arbeitsplätze bis Ende 2012 gewähre. Das Angebot sei den Umständen angemessen, erklärte Lufthansa-Verhandlungsführer Roland Busch. Es müssten unter allen Umständen Kostensteigerungen vermieden werden. Die Lufthansa hatte das vergangene Jahr mit einem Millionenverlust abgeschlossen.

Auch beim Konkurrenten British Airways streiken die Beschäftigten - hier sind es die Flugbegleiter. Wie Lufthansa will auch die britische Fluggesellschaft wegen der Wirtschaftskrise sparen.

böl/ddp/Dow Jones/dpa/AFP

insgesamt 33 Beiträge
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Stefanie Bach, 22.03.2010
1. Die Richtung stimmt
Zitat von sysopZurück auf Los: Die Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit sind gescheitert. Die Piloten drohen dem Unternehmen nun damit, den Flugverkehr nach Ostern erneut lahmzulegen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,684995,00.html
Die Piloten sind in der Vereinigung Cockpit gut organisiert, sie kämpfen gegen die Entwertung und Vernichtung ihrer Arbeitsplätze, das nützt der Wirtschaft und der Gesellschaft. Darüberhinaus brauchen wir neue Unternehmen mit neuen Arbeitsplätzen, damit die Leistungskraft der Volkswirtschaft wiederhergestellt werden kann. Bildung, saubere Energie und soziale Gerechtigkeit sind die Schlüssel zu einer Wiederherstellung der sozialen Marktwirtschaft. Soziales Konjunkturprogramm statt Not und Realitätsverlust (http://www.plantor.de/2009/soziales-konjunkturprogramm-statt-not-und-realitatsverlust/)
henricom 22.03.2010
2. Eine Farce!
Es ist tatsächlich so, dass die Geschäftsleitung der LH Verhandler zur VC geschickt hat, die überhaupt kein Verhandlungsmandat hatten und nichts entscheiden durften. Dass nun wieder gestreikt werden soll, ist daher überhaupt keine Überraschung und alleinige Schuld der nicht verhandlungswilligen Lufthansa!
robr 22.03.2010
3. Es geht mal wieder um die 70er Regelung...
... und nicht um die Vernichtung von Arbeitsplätze. Die VC will nicht akzeptieren dass Piloten der LH-Cityline und Eurowings die dort bereederten Embraer 190 bzw Canadair 900 fliegen, die weniger wie die Konzernpiloten bekommen. Man scheinz nicht einsehen zu wollen dass nicht nur der A380 größer ist wie die B747 sondern dass auch die Regionalflugzeuge nicht mehr Metroliner oder Shorts 330 heissen sondern mittlerweile größer sind. Flugzeuge mit 70 Sitze wird es bald ebensowenig bei LH geben wie Doppeldecker... Diese Haltung ist ein Schlag ins Gesicht der CLH- und EW-Kollegen und gefährdet Arbveitsplätze im gesamten LH-Konzern.
Einervondrei 22.03.2010
4. Genau!!!!!
Zitat von Stefanie BachDie Piloten sind in der Vereinigung Cockpit gut organisiert, sie kämpfen gegen die Entwertung und Vernichtung ihrer Arbeitsplätze, das nützt der Wirtschaft und der Gesellschaft. Darüberhinaus brauchen wir neue Unternehmen mit neuen Arbeitsplätzen, damit die Leistungskraft der Volkswirtschaft wiederhergestellt werden kann. Bildung, saubere Energie und soziale Gerechtigkeit sind die Schlüssel zu einer Wiederherstellung der sozialen Marktwirtschaft. Soziales Konjunkturprogramm statt Not und Realitätsverlust (http://www.plantor.de/2009/soziales-konjunkturprogramm-statt-not-und-realitatsverlust/)
... und derweil fliegen wir weiter mit Ryanair, Germanwings (sic!), Easyjet etc. Ich fordere den Mindestlohn für Piloten.....
robr 22.03.2010
5. .
Zitat von Einervondrei... und derweil fliegen wir weiter mit Ryanair, Germanwings (sic!), Easyjet etc. Ich fordere den Mindestlohn für Piloten.....
Wer sich informiert ist klar im Vorteil: Germanwings wird ebenfalls bestreikt. Ansonsten sieht es leider genaus so aus: die Piloten geben den LH-Passagieren wieder ungeahnte Möglichkeiten andere Airlines kennen zu lernen.
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