Softwarefirma Teamviewer startet durchwachsen an der Börse

Teamviewer zählt zu den wenigen Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden. Nun hat der schwäbische Softwareanbieter sich an die Börse gewagt - mit verhaltenem Ergebnis.

Teamviewer-Zentrale in Göppingen:
Sebastian Gollnow/dpa

Teamviewer-Zentrale in Göppingen:


Teamviewer hat rund 800 Mitarbeiter in Europa, den USA und Asien und ist bereits seit langem ein Unicorn. So werden Start-ups genannt, die einen Milliardenwert erreichen. Inzwischen ist Teamviewer mehr als fünf Milliarden Euro wert. 14 Jahre nach seiner Gründung 2005 hat der schwäbische Softwareanbieter nun seinen Börsengang vollzogen.

Dabei hielten sich die Anleger jedoch zurück. Der Wert der Unternehmenspapiere verharrte zum Handelsstart auf dem Ausgabepreis. Der erste Kurs lag mit 26,25 Euro exakt auf dem Niveau, zu dem die 84 Millionen Papiere ausgegeben worden waren.

Teamviewer ist mit einem Emissionserlös von 2,21 Milliarden Euro der bisher größte Börsengang in Europa in diesem Jahr. Rund 300 Mitarbeiter warteten auf dem Parkett der Frankfurter Börse auf den ersten Kurs.

Auf 340 Millionen Geräten genutzt

Teamviewer war gegründet worden, um sich per Computer-Ferndiagnose die oft langen Wege zu Kunden zu sparen. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen aus Göppingen in Baden-Württemberg abgerechnete Umsätze von 310 bis 320 Millionen Euro, das wäre gut ein Drittel mehr als 2018.

Teamviewer bietet seine Programme als Abo-Modell an. Derzeit hat das Unternehmen mehr als 360.000 Abonnenten. Die Software, die in der Basisversion für Privatkunden kostenlos ist und bleiben soll, wird derzeit auf mehr als 340 Millionen Geräten genutzt.

Die Einnahmen aus dem Börsengang fließen vollständig an den Finanzinvestor Permira, der vor fünf Jahren 870 Millionen Euro für das gesamte Unternehmen gezahlt hatte. Der Unternehmenswert hat sich seither mehr als versechsfacht. Permira hält künftig noch etwa 60 Prozent an dem Softwareanbieter.

apr/Reuters/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
syracusa 25.09.2019
1. Funktionalität muss ins OS
Die Funktionalität von Teamviewer gehört ins Betriebssystem integriert. Das Abomodell von Teamviewer ist für kleine Unternehmen absolut prohibitiv, der Zwang zum ständigen kostenpflichtigen Update hat schon fast mafiöse Züge. Ich habe frühere Teamviewer Versionen lizenziert und zuletzt kostenpflichtig auf Version 9 aktualisiert. Mit dieser Version kann ich aber nicht mit anderen Anwendern mit neueren Versionen kommunizieren. Selbst die kostenfreie Version kann ich nicht installieren, falls ich eine ältere lizenzierte Version auf meinem Rechner habe. Ich warte sehnsüchtig auf einen Wettbewerber mit einem tragbaren Lizenzprogramm, oder auf eine Einbindung der Funktionalität ins OS. Damit wären die neuen teuren Aktien dann wertlos.
ChristophLangner 25.09.2019
2.
Zitat von syracusaDie Funktionalität von Teamviewer gehört ins Betriebssystem integriert. Das Abomodell von Teamviewer ist für kleine Unternehmen absolut prohibitiv, der Zwang zum ständigen kostenpflichtigen Update hat schon fast mafiöse Züge. Ich habe frühere Teamviewer Versionen lizenziert und zuletzt kostenpflichtig auf Version 9 aktualisiert. Mit dieser Version kann ich aber nicht mit anderen Anwendern mit neueren Versionen kommunizieren. Selbst die kostenfreie Version kann ich nicht installieren, falls ich eine ältere lizenzierte Version auf meinem Rechner habe. Ich warte sehnsüchtig auf einen Wettbewerber mit einem tragbaren Lizenzprogramm, oder auf eine Einbindung der Funktionalität ins OS. Damit wären die neuen teuren Aktien dann wertlos.
Daran wird bereits gerbeitet: Über WebRTC lässt sich auch Screensharing realisieren [1]. Funktioniert genauso wie Videochats über WebRTC, wo auch noch viele User zu Skype und Co. greifen. [1] https://www.webrtc-experiment.com/Pluginfree-Screen-Sharing/#6197102689305467
BadWolf97 25.09.2019
3. @syracusa : AnyDesk
Ich benutze bei mir für den (nichtkommerziellen) "Support" von Bekannten und Nutzern einer kostenfreien Software AnyDesk - das wurde von ehemaligen TeamViewer-Mitarbeitern gegründet und hat auch ein Abo-Modell für den kommerziellen Einsatz.
denny101 25.09.2019
4.
Zitat von syracusaDie Funktionalität von Teamviewer gehört ins Betriebssystem integriert. Das Abomodell von Teamviewer ist für kleine Unternehmen absolut prohibitiv, der Zwang zum ständigen kostenpflichtigen Update hat schon fast mafiöse Züge. Ich habe frühere Teamviewer Versionen lizenziert und zuletzt kostenpflichtig auf Version 9 aktualisiert. Mit dieser Version kann ich aber nicht mit anderen Anwendern mit neueren Versionen kommunizieren. Selbst die kostenfreie Version kann ich nicht installieren, falls ich eine ältere lizenzierte Version auf meinem Rechner habe. Ich warte sehnsüchtig auf einen Wettbewerber mit einem tragbaren Lizenzprogramm, oder auf eine Einbindung der Funktionalität ins OS. Damit wären die neuen teuren Aktien dann wertlos.
Habe auch mal vor 5-6 Jahren Teamviewer verwenden müssen, weil ich Kunden mitbetreue. Unmöglich, mehrere verschiedene Sites mit zu betreuen, wenn über die jeweils installierten Versionen andere entscheiden. Wie kann man nur eine Remote-Control Software nach wenigen Updates nicht mehr kompatibel machen bzw. Kunden zu Updates zwingen ? Technische Gründe sind es nicht. Ich habe mir inzwischen andere Lösungen besorgt...
serum_user 25.09.2019
5. Naja!
Was will man mit einem TeamViewer in Zeiten von Cloud-Systemen? Wenn ich Rechenpower und Software in einer Cloud generieren kann und von überall auf diese Daten zugreifen kann. Die Idee ist von gestern, PCs sterben aus. Mit dem frischen Geld aus den Aktien, kann man hoffentlich schnell eine profitable Weiterentwicklung finanzieren.
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