Technologie für "Grüne Städte" Siemens plant neue Öko-Sparte

Aus drei mach vier: Siemens Chef Peter Löscher will dem Konzern laut "Süddeutscher Zeitung" eine neue Sparte verpassen. Sie soll ihr Geld mit dem ökologischen Umbau von Großstädten verdienen. Zudem plant Siemens einen Börsengang - mit der Glühbirnentochter Osram.

Siemens-Logo in München: Hoffen auf den grünen Boom
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München - Als Peter Löscher Siemens-Chef wurde, räumte er erst einmal auf: Die zahlreichen Sparten des Konzerns dampfte er 2007 zu nur noch drei Geschäftsfeldern ein: Industrie, Energie und Medizintechnik. Doch nun plant Löscher laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") einen vierten Sektor. Darin sollten alle Geschäfte rund um eine umweltfreundliche Stadtentwicklung gebündelt werden. Der Aufsichtsrat solle dem Vorhaben am Montag in einer außerordentlichen Sitzung zustimmen. Das Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.

Löscher warb bereits bei der Hauptversammlung im Januar für sogenannte Megacities als Wachstumsmarkt. "Die größten 600 Städte stehen für die Hälfte der Leistung der Weltwirtschaft", zitiert ihn die "SZ". Das Unternehmen wolle Großstädten technische Lösungen für Umweltschutz und Energieeinsparungen verkaufen.

Zum neuen Geschäftsfeld sollten unter anderem die Gebäudetechnik und der Verkehrssektor Mobility zählen, die bislang zur Industriesparte gehören. Auch die Technologie für moderne Stromnetze (Smart Grids) solle der Öko-Sparte zugeordnet werden. Laut "SZ" könnte der Umbau jedoch zu Konflikten führen. Zum einen müssten unter Umständen viele Mitarbeiter den Arbeitsplatz wechseln, außerdem würden die Chefs der Sparten Industrie und Energie Macht verlieren.

Wie mehrere Zeitungen berichten, plant Siemens zudem einen Börsengang seiner Lichttochter Osram. Auch diese Entscheidung solle am Montag vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. Noch sei jedoch offen, ob der Konzern weiterhin die Mehrheit an der traditionsreichen Tochter behalten wolle. Der Börsengang wäre einer der größten der vergangenen Jahre in Deutschland. Er könnte einen Verkauf von Osram vorbereiten - wie einst beim Chiphersteller Infineon.

dab/Reuters/dpa-AFX

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insgesamt 3 Beiträge
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TheBear, 25.03.2011
1. Könnte Hoffnung geben, aber ist Siemens der Aufgabe gewachsen?
Zitat von sysopAus drei mach vier: Siemens Chef Peter Löscher will dem Konzern laut "Süddeutscher Zeitung" eine neue Sparte verpassen. Sie soll ihr Geld mit dem ökologischen Umbau von Großstädten verdienen. Zudem plant Siemens einen Börsengang - mit der Glühbirnentochter Osram. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,753066,00.html
Eigentlich eine gute Idee, hätte aber schon bei der ersten Oelkrise kommen müssen, aber besser spät als nie. Ob Siemens allein fähig ist, diese enorme Herausforderung anzunehmen, wird sich zeigen. Die zwei wichtigsten Gebiete könnten ja in die Kompetenz von Siemens fallen: - intelligente Stromverbraucher+Zähler, die mit dem unstetigen Angebot von Strom durch EE fertig werden - kleine bis mittlere Stromspeicher, um damit jedem Haushalt, Unternehmen auch bei starken Schwankungen bis Totalausfall des öffentlichen Netzes eine hinreichende Stromversorgung zu gewähren. Also wesentlich effizientere, grössere Geräte,Anlagen als bisherige "Notstromaggregate".
k.kujau 25.03.2011
2. Die Antwort auf Moratorien aller Art
Zitat von sysopAus drei mach vier: Siemens Chef Peter Löscher will dem Konzern laut "Süddeutscher Zeitung" eine neue Sparte verpassen. Sie soll ihr Geld mit dem ökologischen Umbau von Großstädten verdienen. Zudem plant Siemens einen Börsengang - mit der Glühbirnentochter Osram. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,753066,00.html
wenn das "Moratorium" und die "Atom- und Umweltpolitik" von Merkel überhaupt einen Sinn und ein Ziel neben der Wahltaktik hat, dann diesen: Entwicklungsmöglichkeiten im Energie- und Umweltbereich ausschließlich den Lobby-Großkonzernen zuzuschanzen. Die fällige Neustrukturierung würde, dezentral organisiert, eine Vielzahl von Arbeitsplätzen schaffen. Der Aufbau dezentraler Strukturen wird von den Schwarz-Gelb-Knechten jedoch so lange konsequent abgewürgt und ausgetrocknet, bis die atomfreundlichen Großkonzerne soweit sind, den Kahn zu entern, den großen Reibach in die Tasche zu schieben und weiter erpresserischen Einfluß auf die Politik zu haben. Dieser Monopolismus ist nichts anderes als Korruption und der Untergang der Gesellschaft.
J4cky 25.03.2011
3. ...
Zitat von k.kujauwenn das "Moratorium" und die "Atom- und Umweltpolitik" von Merkel überhaupt einen Sinn und ein Ziel neben der Wahltaktik hat, dann diesen: Entwicklungsmöglichkeiten im Energie- und Umweltbereich ausschließlich den Lobby-Großkonzernen zuzuschanzen. Die fällige Neustrukturierung würde, dezentral organisiert, eine Vielzahl von Arbeitsplätzen schaffen. Der Aufbau dezentraler Strukturen wird von den Schwarz-Gelb-Knechten jedoch so lange konsequent abgewürgt und ausgetrocknet, bis die atomfreundlichen Großkonzerne soweit sind, den Kahn zu entern, den großen Reibach in die Tasche zu schieben und weiter erpresserischen Einfluß auf die Politik zu haben. Dieser Monopolismus ist nichts anderes als Korruption und der Untergang der Gesellschaft.
Haben Sie denn etwa an die Märchen von den Grünen geglaubt? Mir war von Anfang an klar, dass das Großkapital auch weiterhin mächtig bleiben wird. Gibt es eben keine KKW mehr, aber dafür Windkraft, Wasserkraft und andere tolle Dinge. Arbeitsplätze schaffen die regenerativen im übrigen auch nur so lange, wie es ein Wachstumsmarkt ist. Wenn die Anlagen erst einmal stehen und alles läuft, dann läufts schön automatisiert und letztlich braucht es dann weniger Arbeitskräfte als zuvor. Aber auch den Zusammenhang verstehen nur die wenigsten.
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