Rechnungen für nicht bestellte Dienste Unerlaubte Telefonwerbung – Callcenter muss 145.000 Euro Bußgeld zahlen

Ein Hamburger Callcenter war für Mobilcom-debitel und Sky Deutschland im Einsatz – und hat Kunden massiv bedrängt und ihnen Produkte untergeschoben. Nun schreitet die Bundesnetzagentur ein.
Callcenter (Symbolbild): Trotz Untersagung weiter angerufen

Callcenter (Symbolbild): Trotz Untersagung weiter angerufen

Foto: Patrick Pleul/ DPA

Die Bundesnetzagentur hat wegen unerlaubter Telefonwerbung ein Bußgeld in Höhe von 145.000 Euro gegen das Callcenter Cell it! verhängt. Die Firma habe im Auftrag von Mobilcom-debitel an die Kunden des Mobilfunkanbieters Abonnements für Hörbücher und Zeitschriften, Video-on-Demand-Dienste, Sicherheitssoftware oder Handyversicherungen von Drittanbietern verkauft, teilte die Behörde mit. Dabei Angerufenen seien im Nachgang des Telefonats Zusatzdienstleistungen untergeschoben und teilweise auch in Rechnung gestellt worden, die sie überhaupt nicht bestellt hatten.

Daneben hatte Cell it! für den Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland Fernsehen telefonische Neukundenakquise übernommen. »Das Unternehmen führte all diese Anrufe durch, obwohl keine gültige Werbeeinwilligung der Angerufenen vorlag«, teilte die Netzagentur mit. Viele Betroffene hätten berichtetet, dass trotz Untersagung weiterer Anrufe gehäuft Kontaktaufnahmen erfolgten, durch die sie sich massiv belästigt fühlten.

Strafen auch für Mobilcom-debitel und Sky

Die Netzagentur hatte bereits Bußgelder gegen die beiden beauftragenden Unternehmen Mobilcom-debitel und Sky Deutschland Fernsehen verhängt; nach früheren Angaben waren es 145.000 Euro gegen Mobilcom-debitel und 250.000 Euro gegen Sky. Callcenter seien aber bei der Beachtung der gesetzlichen Regelungen genauso in der Pflicht wie ihre Auftraggeber, erklärte Behördenchef Jochen Homann. »Wir ahnden unerlaubte Telefonwerbung und gehen konsequent gegen alle beteiligten Unternehmen vor.«

Die Geldbuße gegen das Callcenter Cell it! ist noch nicht rechtskräftig. Über einen möglichen Einspruch entscheidet das Amtsgericht Bonn.

hej/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.