Kleinkraftwerke Telekom drängt ins Energiegeschäft

Bei Festnetz und Mobilfunk verfallen die Umsätze, deshalb sucht die Deutsche Telekom jetzt neue Geschäftsfelder. Künftig wollen die Bonner Blockheizkraftwerke anbieten und vernetzen. Als Kunden hat das Unternehmen vor allem Stadtwerke im Visier.
Telekom-Logo auf der Zentrale in Bonn: Der Konzern plant ein Rundum-sorglos-Paket

Telekom-Logo auf der Zentrale in Bonn: Der Konzern plant ein Rundum-sorglos-Paket

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Hamburg - Im Keller von Privathäusern überprüfen Techniker der Deutschen Telekom  bislang nur den Telefonanschluss. Künftig könnten sie sich dort jedoch auch um die Stromversorgung kümmern: Der Dax-Konzern will Energieanbietern laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" den Aufbau kompletter Netze von kleinen, dezentralen Blockheizkraftwerken in privaten Wohnhäusern anbieten. "Unser Angebot ist besonders interessant für Stadtwerke", sagte ein Telekom-Sprecher der Zeitung.

Blockheizkraftwerke nutzen die Kraft von Kleinmotoren zur Stromerzeugung - und die Abwärme gleichzeitig für Heizung und Warmwasser. Nach dem Willen der Bundesregierung soll die energiesparende Technologie ihren Marktanteil bis 2020 auf 25 Prozent verdoppeln.

Die Telekom tritt dem Bericht zufolge mit einem Rundum-sorglos-Paket für die Stadtwerke an. Möglichen Partnern bietet sie ihr Vertriebsnetz, Mitarbeiter vor Ort sowie die Technik an, um Geräte ans Netz anzuschließen. Die Kleinmotoren sollen immer dann anspringen, wenn Strom besonders gefragt und damit teuer ist.

Für das Projekt kooperiert die Telekom mit dem bayerischen Gerätehersteller Motoren-AT und der Softwarefirma Greencom Networks, die Programme für Steuerung und Anzeige des Verbrauchs liefert. Die Kleinkraftwerke würden je nach Vertragskonstruktion den Stadtwerken oder auch Privathaushalten gehören. Auch die Wartung der Mini-Kraftwerke will die Telekom übernehmen.

Der Konzern hatte im Februar enttäuschende Zahlen für 2011 vorgelegt. Angesichts stagnierender Umsätze in seinem Kerngeschäft kündigte das Unternehmen den Start in neue Geschäftsfelder an. Mit der Telekom investiert bereits der zweite branchenfremde Großkonzern in Stromgeschäfte. Seit 2010 baut der Autohersteller Volkswagen   gemeinsam mit dem Hamburger Anbieter Lichtblick ein Netz dezentraler Kellerkraftwerke auf der Basis von Golf-Motoren auf.

dab/dpa-AFX/dapd
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