Telekom-Vorstand Obermann verliert seinen wichtigsten Manager

Das Führungsteam der Deutsche Telekom bricht auseinander: Hamid Akhavan wechselt Ende Februar überraschend zur ehemaligen Siemens-Tochter SEN. Telekom-Chef René Obermann muss nun eine neue Nummer zwei finden.

Akhavan: Bisher für das Tagesgeschäft und den Mobilfunk in Europa bei der Telekom
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Akhavan: Bisher für das Tagesgeschäft und den Mobilfunk in Europa bei der Telekom


Bonn/München - Abgang aus dem Vorstand der Deutschen Telekom: Der für das Tagesgeschäft zuständige Hamid Akhavan werde künftig den Telefonanlagen-Bauer Siemens Enterprise Communications (SEN) führen, teilte das Siemens-Gemeinschaftsunternehmen mit. Akhavan übernimmt das Amt Ende Februar und löst Interimschef Mark Stone ab.

Akhavan ist neben Vorstandschef René Obermann und Finanzchef Timotheus Höttges einer der wichtigsten Manager der Telekom, wo er seit 2001 arbeitet. Zuletzt war der in Iran geborene und in den Vereinigten Staaten aufgewachsene und ausgebildete Ingenieur im Vorstand neben dem Tagesgeschäft auch für den Betrieb der europäischen Mobilfunknetze zuständig.

Siemens-Finanzchef Joe Kaeser nannte Akhavan aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung in der Branche eine "ideale Besetzung für SEN". Der derart Gelobte machte jedoch klar, dass die neue Aufgabe herausfordernd wird: "Wir bewegen uns in einem sich ständig weiterentwickelnden Markt mit hohem Wettbewerbsdruck." Vorgänger Stones bleibt Vorsitzender des SEN-Aufsichtsrats und Mitglied der Geschäftsführung.

Das Joint Venture, das mehrheitlich den Amerikanern gehört, machte zuletzt einen Jahresumsatz von 3,21 Milliarden Euro und beschäftigt nach einem einschneidenden Stellenabbau weltweit noch 14.000 Mitarbeiter. Zuletzt vermeldete Interimschef Stone Erfolge bei der Sanierung. Im laufenden Geschäftsjahr soll SEN wieder Gewinn machen.

Siemens hatte seine einst hoch defizitäre Tochter SEN vor der Trennung mit viel frischem Kapital ausgestattet, um ein zweites Desaster wie bei BenQ Mobile zu vermeiden. Die Handy-Tochter war kurz nach dem Verkauf an den taiwanischen Elektronikkonzern BenQ Pleite gegangen.

ore/Reuters/dpa-AFX



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