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Infrastruktur Bund will bei Netzwerkbetreiber Tennet einsteigen

Die Bundesregierung strebt nach mehr Kontrolle über die deutschen Stromnetze. Nach SPIEGEL-Informationen soll der Staat Anteile am deutschen Zweig der niederländischen Gesellschaft Tennet kaufen.
aus DER SPIEGEL 20/2020
Umspannwerk

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Foto: MORRIS MACMATZEN / GETTY IMAGES

Die Bundesregierung will sich schon bald am Netzbetreiber Tennet beteiligen. Geplant ist, dass der Bund im deutschen Sektor der niederländischen Gesellschaft einsteigt. Offen ist, wie groß der Anteil werden soll. Während Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) darauf drängt, sich eine Mehrheit zu sichern, favorisieren Beamte des CDU-geführten Wirtschaftsministeriums eine Beteiligung unter 50 Prozent.

Der niederländische Staat als Haupteigner von Tennet lehnt es ab, die milliardenschweren Investitionen zu finanzieren, die auf der deutschen Seite des Netzes nötig wären. Nach einer dem SPIEGEL vorliegenden Tennet-Aufstellung geht es um mindestens 35 Milliarden Euro bis 2028.

Tennet sucht seit Monaten einen neuen Gesellschafter, die Bundesregierung wiederum strebt nach mehr Kontrolle über die deutschen Stromnetze. Sollte sie den Zuschlag erhalten, wäre das die zweite Beteiligung an einem Übertragungsnetzbetreiber. 2018 hatte der Bund bereits 20 Prozent am Unternehmen 50Hertz gekauft, um den Einstieg eines chinesischen Investors zu vereiteln.

Tennet hatte Teile des Netzes 2010 für rund 885 Millionen Euro von E.on übernommen. 2018 führte das Unternehmen rund 120 Millionen Euro Dividende ab. Ein Großteil stammte aus deutschem Geschäft. Auch die Opposition signalisiert daher Zustimmung. Eine Beteiligung an Tennet sei gut investiertes Geld und sollte so hoch wie möglich ausfallen, sagt Grünen-Energieexperte Oliver Krischer.

DER SPIEGEL 20/2020
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