Negativpreis des Netzwerks Recherche Tesla bekommt »Verschlossene Auster« für schlechten Umgang mit Medien

Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche wirft Tesla einen intransparenten Umgang mit Medien vor. Berichterstattung werde verhindert, Fragen nicht beantwortet. Das Unternehmen ignoriert die Kritik.
»Verschlossene Auster«: Preis nicht entgegengenommen

»Verschlossene Auster«: Preis nicht entgegengenommen

Foto: Wulf Rohwedder / dpa

Tesla-Chef Elon Musk steht gern in der Öffentlichkeit. Mal macht er Schlagzeilen mit einem verunglückten Twitter-Kauf, mal scherzt er öffentlich über einen möglichen Kauf von Manchester United, mal witzelt er, er wolle Coca-Cola übernehmen und wieder Kokain ins Getränk mischen.

Wenn es jedoch um sein eigenes Unternehmen Tesla geht, ist Musk deutlich zurückhaltender. Nun hat Tesla wegen intransparenten Verhaltens gegenüber Medien und Öffentlichkeit den Negativ-Preis »Verschlossene Auster« der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche erhalten.

Beispiele dieser Intransparenz seien die Verhinderung von Berichterstattung durch selektive Auswahl von Berichterstattern und das Nichtbeantworten von Presseanfragen, heißt es in der Mitteilung des Netzwerks . Tesla äußerte sich dazu bislang nicht.

Tesla äußert sich nicht

Auf eine Einladung der Journalistenvereinigung an Tesla, den Preis entgegenzunehmen und eine Dankes- oder Gegenrede zu halten, habe es keine Reaktion gegeben, hieß es bei der Verleihung, die im Livestream  übertragen wurde.

Tesla hat im März eine Fabrik in Grünheide bei Berlin eröffnet, in der seitdem Elektroautos produziert werden. Seine Presseabteilung in den USA hat Tesla aufgelöst.

Mit dem Negativ-Preis zeichnet das Netzwerk Recherche seit 2002 Personen und Institutionen aus. Frühere Preisträger waren etwa der ADAC, die katholische Kirche, Facebook, Aldi, die Fifa, die bayerische Staatsregierung und Kremlherrscher Wladimir Putin.

ptz/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.