Tesla-Chef Elon Musk bezeichnet Corona-Auflagen als "faschistisch"

Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Coronakrise treffen auch Elektroautobauer Tesla. Jetzt platzte dessen Chef Elon Musk der Kragen. Es ist nicht das erste Mal.
Musk 2019 im Tesla-Werk Shanghai: Mehrere Standorte sind betroffen

Musk 2019 im Tesla-Werk Shanghai: Mehrere Standorte sind betroffen

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ALY SONG/ REUTERS

Elon Musk hat Kaliforniens Ausgehbeschränkungen in der Corona-Krise als "faschistisch" beschimpft. Der Chef des Elektroautoherstellers Tesla äußerte sich in einer Telefonkonferenz zu Quartalszahlen. Seiner Meinung nach würden die Menschen "in ihren Häusern eingesperrt und ihre Rechte nach der Verfassung verletzt", wetterte Musk.

Wer zu Hause bleiben wolle, solle nicht gezwungen werden, rauszugehen, schränkte er ein. "Aber den Leuten zu sagen, dass sie ihr Haus nicht verlassen können, dass sie dann festgenommen werden, das ist faschistisch, das ist nicht demokratisch, das ist nicht Freiheit", fuhr Musk mit einer verzerrten Darstellung der kalifornischen Maßnahmen fort. Als Auslöser für den Ausbruch samt dem für Analystenkonferenzen unüblichen Kraftausdruck "What the fuck?" (etwa: Was soll der Mist?) diente eine Analystenfrage nach der aktuellen finanziellen Situation von Tesla.

Tesla hatte das erste Quartal überraschend mit einem Gewinn abgeschlossen, die Folgen der Pandemie könnten sich allerdings erst mit Verzögerung bemerkbar machen. "Das wird viel Schaden anrichten, nicht nur für Tesla, sondern auch für viele Unternehmen", kritisierte Musk die Einschränkungen. Und während Tesla durch die Krise kommen werde, "schaffen es viele kleine Firmen nicht".

Zum Abschluss seiner Tirade forderte der Tesla-Chef, den Menschen "ihre gottverdammte Freiheit" wiederzugeben. Die Übertragung brach danach ab und die Konferenz wurde erst einige Minuten später fortgesetzt.

Musk hat immer wieder mit kontroversen Äußerungen für Aufsehen gesorgt. Gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC musste er sich sogar zu einer Einschränkung seiner Aktivitäten auf Twitter verpflichten. Schon Anfang März hatte er in einem Tweet geschrieben: "Die Coronavirus-Panik ist dumm."

Bei der Einführung der Ausgehbeschränkungen hatte Musk zunächst versucht, eine Ausnahmeerlaubnis für den Weiterbetrieb der Tesla-Fabrik in Fremont bei San Francisco zu bekommen - scheiterte aber damit an den Behörden. Es ist das Hauptwerk von Tesla, das die weitaus meisten Fahrzeuge baut. Die zweite Fabrik in China ist erst vor Kurzem eröffnet worden. Die Ausgehbeschränkungen in der US-Region wurden am Mittwoch bis Ende Mai verlängert.

Nur wenige Stunden vor Musks Ausraster hatte sich Facebook -Chef Mark Zuckerberg in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen des Onlinenetzwerks im Gegenteil besorgt gezeigt, dass die Einschränkungen zu schnell gelockert werden könnten und das zu einem Anstieg der Infektionen führen könnte.

dab/dpa
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