Nach Autopilot-Unfall Tesla-Chef Musk soll vor Senatsausschuss aussagen

Neuer Ärger für Elon Musk: Wegen eines tödlichen Unfalls mit einem Tesla-Autopiloten-System soll der Unternehmenschef vor einem Ausschuss des US-Senats aussagen.

Elon Musk
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Wegen eines tödlichen Unfalls mit einem selbstfahrenden Wagen des Elektroautoherstellers Tesla soll Firmenchef Elon Musk nun vor einem Ausschuss des US-Senats erscheinen. Senator John Thune aus South Dakota, Vorsitzender des Ausschusses für Handel, Wissenschaft und Transport, forderte Musk in einem Brief auf, den Ausschuss am 29. Juli über den Unfall und die Reaktion des Unternehmens darauf zu informieren. Eine Tesla-Sprecherin sagte, sie kenne den Brief nicht und könne keinen Kommentar dazu abgeben.

Im US-Bundesstaat Florida war im Mai ein Mann gestorben, als sein vom Autopilot gesteuerter Tesla vom Typ Model S mit einem Laster kollidiert war.

Ein weiterer Tesla-Unfall hat entgegen erster Annahmen offenbar nichts mit dem Autopiloten-System zu tun. Bei dem Unglück im Bundesstaat Pennsylvania sei das System den Log-Dateien aus dem Fahrzeug zufolge ausgeschaltet gewesen, schrieb Tesla-Chef Musk in der Nacht zum Freitag bei Twitter. "Mehr noch, der Crash hätte sich nicht ereignet, wenn es eingeschaltet gewesen wäre", schrieb er.

Der Fahrer des Elektroautos hatte der Polizei nach bisherigen Informationen gesagt, er sei am 1. Juli mit Autopilot unterwegs gewesen, als der Wagen von der Straße abkam und sich überschlug. Tesla hatte zunächst erklärt, man könne diese Behauptung nicht überprüfen - das Auto habe dazu per Funk keine Daten übermittelt, möglicherweise, weil beim Unfall die Antenne beschädigt wurde.

stk/Reuters/dpa

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romeov 15.07.2016
1. US Unternehmen
Man stelle sich vor, das wäre mit einem importierten Fahrzeug passiert, dies wäre mit Sicherheit nicht mit einer Anhörung erledigt gewesen, die hätte man sofort dazu verdonnert bei allen Fahrzeugen die Autopiloten auszubauen.
Spanier.cs 15.07.2016
2.
Ich habe gestern noch eine Doku über VW gesehen, in der sich Amerikaner empört zu Wort melden. Dafür wird VW brutal bluten müssen. Im Fall Tesla wird allerdings nichts passieren, nicht mal eine Strafe. Warum? Weil das den amerikanischen Interessen nicht entspricht.
c.PAF 15.07.2016
3.
Müssen andere Fahrzeughersteller auch vor den Ausschuß, wenn sich nach einem tödlichen Unfall herausstellt, daß Gaspedal oder Bremse falsch bedient wurden? Oder geht es nur um die "neue" Technik, die falsch bedient wurde?
OliG 15.07.2016
4. Was für einen Sinn macht das?
Ich frage mich warum muss der oberste Chef einer Firma vor dem Senat erscheinen bloß wegen einem Verkehrsunfall? Der Fahrer der gestorben ist hat den Riesen LKW der seinen Weg kreuzt nicht gesehen??? Meine Vermutung ist der hat geschlafen oder war beschäftigt und hat das Fahren dem "Autopiloten" überlassen. Kein gesunder Mensch kann doch glauben, dass der Fahrer seine Hände am Steuer und seinen Blick in Fahrtrichtung hatte als der Unfall passiert ist aber den LKW nicht gesehen hat und gar nicht gebremst hat! Ähnelt sehr stark an die Anfänge des Tempomaten der damals auch "Autopilot" hieß und die Legende um die eine Person die im Wohnwagen nach hinten gegangen ist um sich einen Kaffee zu machen.
mborevi 15.07.2016
5. Automatisch fahrende Straßenfahrzeuge ...
... kann und wird es auf lange Zeit nicht geben. Auch wenn die Konzerne den Politikern das einreden wollen. Bevor Geld für solchen Irrsinn ausgegeben wird sollte die Autoindustrie sich lieber auf Schadstoffarmut und E-Autos konzentrieren und - als kleinen Automatik-Anfang - die in jedem modernen Auto vorhandene Information über die jeweils erlaubte Höchstgeschwindigkeit auswerten und die Motoren jeweils entsprechend drosseln. Mein Citroen enthält alle technischen Erfordernisse dafür bereits jetzt. Dann könnte man sich viel Blitzer und Polizei sparen. Aber das ist wohl politisch nicht gewollt. Lieber nimmt man die 3.600 Toten jedes Jahr in Kauf.
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