E-Auto-Hersteller Tesla entlässt sieben Prozent der Beschäftigten

Mit weniger Mitarbeitern mehr Autos bauen: Tesla will rund 3000 Arbeitsplätze abbauen. Gleichzeitig macht Unternehmenschef Elon Musk Druck in der Produktion.

Tesla-Fabrik in den Niederlanden (Archiv)
picture alliance / dpa

Tesla-Fabrik in den Niederlanden (Archiv)


Der US-Elektroautohersteller Tesla streicht sieben Prozent seiner Stellen. Das Unternehmen will damit Kosten sparen.

In einer Mitteilung an die Beschäftigten schrieb Firmenchef Elon Musk, dieser Schritt sei nötig, während gleichzeitig die Produktion des Model 3 erhöht werden solle. Mit dem Wagen will Tesla den Massenmarkt erobern.

"Der Weg vor uns ist sehr schwierig", schrieb Musk in dem Brief. Deshalb habe Tesla keine andere Wahl als die Zahl der Arbeitsplätze um sieben Prozent zu reduzieren. Außerdem werde der Konzern nur die wichtigsten Zeitarbeiter und freien Mitarbeiter behalten. Im vergangenen Jahr sei die Belegschaft um 30 Prozent gewachsen, das sei mehr, als Tesla verkraften könne.

Aktie gibt vorbörslich nach

Mitte Oktober hatte Musk die Zahl der Beschäftigten mit 45.000 beziffert, das würde also den Abbau von gut 3000 Stellen bedeuten. Die Tesla-Aktien fielen vorbörslich um mehr als vier Prozent.

"Tesla wird diese Einschnitte machen müssen, während gleichzeitig die Model-3-Produktion hochgefahren wird und wir in der Herstellung in den nächsten Monaten noch vieles verbessern müssen", schrieb Musk. Das Unternehmen müsse noch mehr Kunden erreichen, "die sich unsere Autos leisten können". Das derzeit "erschwinglichste Angebot" für einen Model-3-Wagen liegt laut Musk bei 44.000 Dollar (umgerechnet 38.600 Euro). Ziel des Tesla-Chefs ist ein Wagen für 35.000 Dollar.

Tesla habe im dritten Quartal des vergangenen Jahres zum ersten Mal seit zwei Jahren schwarze Zahlen geschrieben und wohl auch im vierten Quartal einen Gewinn erzielt, wenn auch einen niedrigeren als im Vorquartal, schrieb Musk weiter. Im laufenden Quartal könnte - "mit großer Anstrengung, Schwierigkeiten und einigem Glück" - wieder ein kleiner Gewinn anfallen, weil der Verkauf der Model-3-Limousinen in Europa und Asien anläuft.

brt/AFP/Reuters

insgesamt 31 Beiträge
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wasistlosnix 18.01.2019
1. Seltsame Mitteilungen
Im Sommer entlässt Tesla 9% der Mitarbeiter. Ein halbes Jahr später sind es anstatt 9% weniger rund 20% mehr Mitarbeiter und Tesla entlässt 7% rund 3000 Mitarbeiter. Also in der Summe irgendwo zwischen 4000 und 5000 neue Stellen in 2018.
Galluss 18.01.2019
2. Und das glauben Sie noch?
"Mit weniger Mitarbeitern mehr Autos bauen"
ttvtt 18.01.2019
3. Papier ist geduldig
Diese seltsamen Zahlenspiele, die immer wieder von Tesla zu hören sind. Erst dachte man, das gesetzte Ziel wäre mit einer Produktionsstr. zu erreichen, dann musste aber eine zweite her und auch mehr Arbeiter. Und wie durch Zauberhand ist plötzlich ein Gewinn da bei gestiegenen Personalkosten. Nun müssen Arbeiter entlassen werden, damit man den Wagen 20 % günstiger anbieten kann. Und die wenigen Arbeiter sollen mehr Autos produzieren als vor den Entlassungen. Logisch ist das nicht zu erklären.
deeperman 18.01.2019
4. Bitte genauer
In der Überschrift ist von Entlassungen die Rede, im Text von Stellen-Abbau. Ein großer Unterschied - was denn nun? Außerdem sollte der Spiegel den auf Euro umgerechneten, moderat scheinenden Preis um den Hinweis ergänzen, dass in den USA noch die Steuer ("State Tax") drauf kommt und das Model 3 in Deutschland mindestens 56 000 Euro kostet.
prophet46 18.01.2019
5.
Wenn die deutsche Autoindustrie bezüglich Elektromobilität demnächst zur vollen Größe aufgelaufen ist, wird Tesla mehr als 50 % entlassen müssen.
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