Gigafactory Tesla erhält endgültige Baugenehmigung für Werk in Grünheide

Tesla-Chef Elon Musk kann loslegen – das Land Brandenburg hat seine Autofabrik in Grünheide bei Berlin genehmigt. Ministerpräsident Woidke spricht von einem »kleinen Sonnenstrahl in schwierigen Zeiten«.
Baustelle der Tesla Fabrik in Grünheide

Baustelle der Tesla Fabrik in Grünheide

Foto: Patrick Pleul / dpa

Rund zwei Jahre nach dem Baustart hat der US-Elektroautobauer Tesla grünes Licht für seine Fabrik in Grünheide bei Berlin. Das Landesamt für Umwelt hat die Genehmigung für das erste Tesla-Autowerk in Europa erteilt – allerdings unter Auflagen.

Die Entscheidung sei »ein kleiner Sonnenstrahl in schwierigen Zeiten«, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). »Wir haben mit vereinten Kräften hart gearbeitet.« Die Produktion von Elektroautos für den Verkauf könnte in einigen Wochen starten.

Tesla hat die Fabrik auf eigenes Risiko über 19 vorzeitige Zulassungen errichtet, obwohl die abschließende Zulassung fehlte. Unternehmenschef Elon Musk hatte ursprünglich gehofft, in Grünheide schon Mitte 2021 mit der Produktion zu beginnen. Geplant sind in einer ersten Phase bis zu 500.000 Autos pro Jahr mit rund 12.000 Beschäftigten.

Bis zum Start muss Tesla erst einige Voraussetzungen erfüllen. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich: »Das werden wir versuchen, so schnell wie möglich abzuarbeiten«, hieß es bei Tesla. Das Unternehmen will in Grünheide auch neuartige Batterien bauen. Derzeit sind dort laut Tesla rund 3000 Menschen beschäftigt.

Naturschützer und Anwohner befürchten Umweltschäden.

Die Genehmigung hatte sich in den vergangenen Monaten immer weiter verschoben, unter anderem weil das Unternehmen seinen Antrag zur Genehmigung um die Errichtung und den Betrieb einer Batteriefabrik ergänzt hatte. Nach der Auslegung des aktualisierten Antrags begann eine Erörterung Hunderter Einwände von Kritikern, die das Land nach Kritik von Umweltverbänden wegen einer Frist wiederholte.

Naturschützer und Anwohner befürchten Umweltschäden. Sie halten die Wasserversorgung für gefährdet. Ein Teil des Geländes liegt im Wasserschutzgebiet. Tesla hat die Bedenken zurückgewiesen und den geplanten Wasserverbrauch gesenkt.

Trotzdem gibt es einen Gerichtsstreit über die Wasserförderung aus dem Wasserwerk Eggersdorf, das auch Tesla beliefert. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) verhandelte am Freitag über eine Klage der Grünen Liga und des Naturschutzbundes Brandenburg gegen eine Bewilligung zusätzlicher Wasserentnahme. Eine Entscheidung wurde für Freitag erwartet. Der Wasserverband Strausberg-Erkner hat angekündigt, den Versorgungsvertrag mit Tesla zu kündigen, wenn die Genehmigung für das Wasser gekippt werde.

hej/dpa