Grünheide Wasserversorger fürchtet Störfälle wegen Tesla-Fabrik

Der Bau einer Batteriefabrik von Tesla in Brandenburg sorgt für neuen Ärger. Ein lokaler Verband warnt vor einer möglichen Kontaminierung des Grundwassers.
Tesla-Chef Elon Musk in Grünheide (Archivbild)

Tesla-Chef Elon Musk in Grünheide (Archivbild)

Foto: ODD ANDERSEN / AFP

Angesichts der Tesla-Pläne für eine Batteriefabrik auf dem Werksgelände des US-Elektroautobauers in Brandenburg warnt der zuständige Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) vor Risiken für das Grundwasser. »Unsere Sorge ist, dass bei Störfällen, insbesondere in der geplanten Batteriefabrik, eine Kontaminierung des Grundwassers nicht ausgeschlossen werden kann«, sagte Verbandschef André Bähler dem »Handelsblatt« . »Die Folgen für das geschützte Trinkwasser wären nicht auszudenken.« Bähler fordert, in einem Gutachten die Gefahren für das Grundwasser durch die geplante Batteriefabrik zu bewerten.

»Außerdem sollte Tesla klare Zusicherungen geben, mit welchen Maßnahmen das Grundwasser geschützt wird, sollte es zu Störfällen kommen«, sagte Bähler weiter. »Falls Tesla die mit der Batterieherstellung verbundenen Wasserrisiken nicht nachvollziehbar beherrschen kann, wäre es geboten, die Zulassung dafür erst gar nicht zu erteilen, immerhin befinden wir uns in der Trinkwasserschutzzone.« Das Projekt sieht Bähler dadurch nicht infrage gestellt, weil die Batterien dann vermutlich an einer anderen Stelle produziert würden.

Die Aufgabe der Wasserversorgung für Tesla obliegt dem zuständigen Wasserverband WSE. Die Fabrik werde in einem Trinkwasserschutzgebiet gebaut. »Deshalb darf der Wasserverbrauch Teslas nicht auf die leichte Schulter genommen werden«, sagte Bähler. Das gelte vor allem für das Unternehmen selbst. »Aussagen wie die von Elon Musk, dass man sich in Grünheide ja nicht in einer Wüste befinde, sind fehl am Platz und werden der Brisanz des Themas nicht gerecht.«

Der WSE-Chef hatte schon im Frühjahr deutlich gemacht, dass mit der garantierten Wassermenge für das Tesla-Werk von 1,4 Millionen Kubikmeter die Reserven vor Ort erschöpft seien. »Es ist nicht auszuschließen, dass es in Spitzenbelastungssituationen zu Versorgungsengpässen für alle Netznutzer kommt«, sagte Bähler. Da Tesla noch eine Batteriezellenfertigung auf dem Gelände plant, könne es Probleme geben. »Braucht das Unternehmen mehr als die vereinbarte Menge Wasser, sehen wir uns nicht in der Lage, diesen Mehrbedarf ohne vorherigen Ausbau der Kapazitäten zu decken«, warnte Bähler.

ssu
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