Tesla-Elektroautos Hunderte Kunden müssen E-Prämie zurückzahlen

Schlechte Nachrichten für Tesla-Kunden in Deutschland: Wer das Elektromodel S vor dem 6. März erworben hat, soll die staatliche Förderprämie zurückzahlen. Hunderte Käufer sind betroffen. Das Unternehmen verspricht Hilfe.
Tesla Model 3

Tesla Model 3

Foto: Stephen Lam/ REUTERS

Käufer des Tesla-S-Models dürfte diese Nachricht nicht erfreuen: Hunderte Besitzer des Elektroautos müssen die bereits gewährte Elektro-Prämie von jeweils 2000 Euro zurückzahlen. Betroffen seien 800 Tesla-Kunden, die vor dem 6. März 2018 den Sportwagen erworben hätten, teilte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in einer Erklärung mit . Dazu kämen 250 Anträge auf den staatlichen Bonus, die nun abgelehnt werden müssten. Das Bafa will betroffene Käufer eines Tesla S in den kommenden Wochen schriftlich informieren.

Tesla kündigte in der Nacht zu Mittwoch im Branchenblog "Electrek" an , für mehrere Hundert Käufer seiner Elektroautos in Deutschland die Umweltprämien auszulegen, die sie zurückzahlen sollen. Gleichzeitig fechte man die Bafa-Entscheidung an, erklärte das Unternehmen.

Hintergrund der zurückgeforderten Prämie ist ein Konflikt zwischen der Behörde und dem US-Autohersteller. Dessen Modell S ist in der üblichen Luxusvariante zu teuer, um die E-Prämie zu gewähren. Das Bafa sieht vor, den Bonus nur für lieferbare Wagen bis zu einem Netto-Listenpreis von maximal 60.000 Euro zu vergeben. Tesla hatte auch zunächst zugesagt, das Auto ohne "Komfort-Paket" anzubieten und damit diese Preisgrenze einzuhalten.

Unrechtmäßigkeiten in der Preisliste

Tatsächlich traf das aber nicht zu, die Basisversion war laut Bafa nicht am Markt erhältlich. Im vergangenen Herbst hatte das Bundesamt das Modell deshalb von der Liste der förderberechtigten Autos genommen. Seitdem habe man mit den Amerikanern in Kontakt gestanden, um eine einvernehmliche Lösung für Tesla-Kunden zu erzielen, erklärte die Behörde nun. Eine Frist bis Anfang Juli habe der Konzern verstreichen lassen. Daher müsse nun die "Rückabwicklung der Kaufprämie erfolgen".

Tesla bestreitet, dass die Basisversion nicht lieferbar gewesen sei. Jeder in Deutschland habe sie bestellen können, "und wir haben solche Autos an Kunden ausgeliefert". Tesla hatte der Bundesregierung bereits zuvor vorgeworfen, die Preisgrenze für die Umweltprämie absichtlich tief angesetzt zu haben, um Autos des Herstellers auszugrenzen. Deswegen habe man zeitweise eine Beschwerde bei der EU-Kommission erwogen - bis die Einigung auf eine Basisversion erzielt worden sei.

Das Bafa teilte am Dienstag mit, dass Kunden, die nach dem 6. März ein Modell S kauften, den Umweltbonus beantragen könnten. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Bafa den Wagen wieder auf die Liste der förderberechtigten Autos gesetzt. Allerdings muss der Basispreis unter 60.000 Euro liegen, und das müssen Kunden nachweisen.

Seit Anfang Juli 2016 kann die Elektro-Prämie beim Bafa beantragt werden. Für reine Elektrowagen mit Batterie erhält man 4000 Euro, für Hybridautos sind es 3000 Euro. Finanziert werden die Prämien je zur Hälfte vom Bund und vom Hersteller.

eaz/dpa