Möglicher Verkauf von Anteilen Tesla-Aktie fällt nach kurioser Musk-Abstimmung um sieben Prozent

Elon Musk ließ Twitter-Nutzer über den Verkauf eines Zehntels seiner Anteile am E-Auto-Hersteller Tesla abstimmen. Eine Mehrheit ist dafür. Er will sich an das Votum halten.
Elon Musk: Aktien im Milliardenwert zum Verkauf?

Elon Musk: Aktien im Milliardenwert zum Verkauf?

Foto: Patrick Pleul / dpa

Elon Musk ist laut »Forbes« der reichste Mensch der Welt. 230 Milliarden Dollar war das Aktienpaket wert, das der Tesla-Chef an seiner Firma Ende Oktober hielt. War. Denn mit der Ankündigung, dass er einen großen Teil seiner Anteile verkaufen wolle, haben die Tesla-Papiere an der Börse am Morgen kräftig an Wert verloren.

In Frankfurt rutschen die in Deutschland notierten Papiere rund sieben Prozent ab. Hintergrund des Kursverfalls ist eine Twitter-Aktion Musks, in der er seine Follower darüber abstimmen ließ, ob er ein Zehntel seines 23-prozentigen Anteilspakets an Tesla abstoßen solle – und die Userinnen und User in den sozialen Medien sagten: ja!

Gewinne noch nicht realisiert

57,9 Prozent der Umfrageteilnehmer sprachen sich dafür aus, beteiligt haben sich insgesamt mehr als 3,5 Millionen Menschen. Ob und wann er die Anteile tatsächlich auf den Markt wirft, ist offen. Auf Twitter bestätigte er jedoch, er sei auf beide Ausgänge der Abstimmung vorbereitet gewesen. Für Aktienverkäufe von Topmanagern werden oft langfristige Zeitpläne festgelegt. Damit sollen Vorwürfe vermieden werden, dass sie internes Wissen für geschickte Deals nutzen.

Überhaupt könnte die US-Börsenaufsicht SEC spätestens nach dem Kursverlust am Montag Fragen an Tesla und Musk haben. Vor drei Jahren war mit der Behörde vereinbart worden, dass Musks Tweets, die Einfluss auf den Aktienkurs haben könnten, erst vom Unternehmen freigegeben werden müssen. Auslöser war seine später fallengelassene Ankündigung, Tesla von der Börse nehmen zu wollen, bei der er nach Einschätzung der SEC Investoren über den Stand der Finanzierung in die Irre führte.

Musk hatte am Samstag via Twitter mitgeteilt, Aktienverkäufe seien für ihn die einzige Möglichkeit, um seine Steuern zu zahlen – da er kein Gehalt oder Bonuszahlungen bekomme. Er hatte bereits im September bei einem Konferenzauftritt von Aktienverkäufen gesprochen, da er das Geld zum Begleichen von Steuern auf 2022 fällig werdende Aktienoptionen brauche.

Das Paket wäre zum vergangenen Schlusskurs von Freitag rund 21 Milliarden Dollar wert. Nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg würde das Paket 80 Prozent des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens von Tesla-Aktien entsprechen.

Der Wert von Musks Vermögen ist in den vergangenen Monaten zwar mit dem steten Kursanstieg der Tesla-Aktie zumindest auf dem Papier stark gewachsen. Steuern werden nach den aktuellen US-Gesetzen aber erst fällig, wenn er die Kursgewinne durch einen Verkauf einstreicht.

Das System, dass Kursgewinne erst bei einer Realisierung des Gewinns besteuert werden, gilt als ein Grund, warum US-Konzerne gern ihre eigenen Aktien zurückkaufen – und damit den Kurs stützen – statt das Geld als Dividenden auszuzahlen. Kritiker bemängeln, dass reiche Bürger, die nicht auf regelmäßige Dividenden angewiesen sind, damit ein Vermögen aufbauen können, ohne dabei Steuern zahlen zu müssen.

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Präsident Joe Biden erwägt, dieses System im Zuge einer Steuerreform zu ändern. Diskutiert wird im Kongress eine sogenannte »Milliardärsteuer« von 23,8 Prozent auf Gewinne bei Wertpapieren, egal, ob diese durch einen Verkauf realisiert wurden oder nicht. Musk hat die Überlegungen kritisiert.

Von solch einer Steuer wären insgesamt etwa 700 Steuerzahler in den USA betroffen, die ein Vermögen von mehr als eine Milliarde Dollar besitzen oder drei Jahre in Folge 100 Millionen Dollar als Jahreseinkommen aufweisen.

apr/Reuters/dpa
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