US-Elektroautobauer Tesla plant gigantische Batteriefabrik

Elektroautos für jedermann - das ist Teslas Traum. Um die leisen Flitzer für Durchschnittsfahrer erschwinglich zu machen, will der Konzern eine gewaltige Batteriefabrik bauen. Die Massenproduktion soll die Kosten für Akkus um mehr als 30 Prozent drücken.
Tesla-Model S vor dem Firmensitz im kalifornischen Freemont: Ehrgeizige Expansionspläne

Tesla-Model S vor dem Firmensitz im kalifornischen Freemont: Ehrgeizige Expansionspläne

Foto: Paul Sakuma/ AP/dpa

Palo Alto - Der Autobauer Tesla ist für seine ehrgeizigen Pläne bekannt. Das neueste Projekt hat einen entsprechend großspurigen Namen: Gigafactory.

Um seine Elektroautos erschwinglicher zu machen, plant das kalifornische Unternehmen den Bau einer riesigen Batteriefabrik. Das Werk soll bis zum Jahr 2020 mehr der benötigten Lithium-Ionen-Akkus produzieren als alle heutigen Fabriken zusammen, erklärte Tesla am Mittwoch in seinem Firmen-Blog . Die Massenproduktion soll Skaleneffekte schaffen, die Kosten für Akkus sollen dadurch um mehr als 30 Prozent sinken. 6500 Menschen will Tesla in seiner Fabrik beschäftigen.

Zwei Milliarden Dollar will Tesla in seine Gigafactory stecken, größtenteils finanziert durch Anleihen. Insgesamt soll die Fabrik vier bis fünf Milliarden Dollar kosten. Den Rest sollen bislang noch nicht benannte Investoren beisteuern. Mit an Bord soll dem Tech-Blog "Engadget" zufolge  unter anderem der japanische Elektronikkonzern Panasonic sein - mit bis zu einer Milliarde Dollar. Panasonic hatte 2010 Anteile an Tesla erworben.

Tesla feiert zwar Verkaufserfolge mit seiner mindestens 65.000 Euro teuren Elektrolimousine Model S. Einen Massenmarkt aber erreicht das Unternehmen nicht. In drei Jahren ist daher ein deutlich günstigeres Modell geplant. Um dieses bauen zu können, braucht Tesla vor allem günstige Batterien. Diese soll nun die Fabrik liefern - und die Autoverkäufe von zuletzt 22.500 im Jahr auf eine halbe Million hochschrauben.

Tesla will schon in diesem Jahr mit dem Bau der Batteriefabrik beginnen. Als Standort stehen die US-Bundesstaaten Nevada, Arizona, New Mexico und Texas zur Wahl. Geht alles glatt, soll die Produktion 2017 anlaufen passend zum Start des neuen Massenmodells.

Das kalifornische Unternehmen ist der Liebling der Börsianer. Zuletzt hatten Übernahmegerüchte den Kurs weiter nach oben getrieben. Als potentielle Kandidaten wurden das IT-Unternehmen Apple und der Autobauer General Motors genannt. Die Aktie hat sich binnen eines Jahres im Wert versiebenfacht auf zuletzt 253 Dollar. Nach Bekanntgabe der Giga-Pläne stieg das Papier weiter. Größter Profiteur ist Tesla-Gründer Elon Musk, der knapp 28 Prozent der Anteile an dem Autobauer hält.

ssu/dpa/Reuters