Elektrofahrzeuge Tesla stoppt Autoverkauf für Bitcoins – wegen des Stromverbrauchs

Seit März konnte man Teslas auch mit Bitcoins bezahlen – doch damit ist es nun vorbei. Laut Gründer Elon Musk akzeptiert seine Firma die Kryptowährung nicht mehr. Grund sei die miese Energiebilanz.
Elon Musk (im Janaur 2020)

Elon Musk (im Janaur 2020)

Foto: ALY SONG / REUTERS

Kurswechsel beim Elektroautobauer Tesla. Das US-Unternehmen hat Zahlungen mit der Kryptowährung Bitcoin wegen Umweltbedenken wieder gestoppt. Der Konzern habe die Entscheidung wegen des rapide ansteigenden Einsatzes von fossilen Brennstoffen für die Herstellung von und Transaktionen mit Bitcoins getroffen. Das erklärte Tesla-Chef Elon Musk am Mittwoch (Ortszeit) bei Twitter. Vor allem, dass viel Kohleenergie dafür genutzt werde, sei bedenklich.

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»Kryptowährung ist auf vielen Ebenen eine gute Idee und wir glauben an eine vielversprechende Zukunft, aber dies kann nicht zu großen Lasten der Umwelt gehen«, hieß es in Musks Statement weiter. Tesla hatte erst im März damit begonnen, Bitcoins zum Kauf seine Elektroautos zu akzeptieren.

Zuvor hatte das Unternehmen den Kauf von Bitcoins für 1,5 Milliarden Dollar bekannt gegeben und der ältesten und bekanntesten Cyberwährung damit einen ordentlichen Schub gegeben. Als Reaktion auf Musks Tweet verlor die Kryptowährung rund sieben Prozent an Wert.

Tesla will laut Musk auch keinen Bitcoin-Handel mehr betreiben, solange die Energiebilanz nicht besser ist. Im jüngsten Geschäftsquartal hatte das Unternehmen fast 100 Millionen Dollar durch den Verkauf von Bitcoins verdient.

Bitcoin steht wegen des hohen Stromverbrauchs, den das sogenannte Mining - die Herstellung der Währungseinheiten durch energieaufwendige Rechnerprozesse – erfordert, schon lange bei Umweltschützern in der Kritik. Zuletzt hatten die Universität Cambridge und die Internationale Energiebehörde vorgerechnet , dass das Mining pro Jahr so viel Strom verbraucht wie die gesamten Niederlande im Jahr 2019.

Als Zahlungsmittel noch in der Nische

Anders als traditionelle Währungen werden Bitcoins nicht von Notenbanken ausgegeben, sondern von einem Computernetzwerk verwaltet: Bitcoin-Transaktionen werden dabei in der Blockchain, einer dezentralen Datenbank, dokumentiert.

Als Zahlungsmittel fristet der Bitcoin bislang jedoch ein Nischendasein: Erstens kann das Bitcoin-Netzwerk nur eine begrenzte Zahl von Transaktionen abwickeln, zweitens schwankt der Kurs extrem. So gewann der Bitcoin seit Jahresbeginn um 90 Prozent an Wert. Zuletzt wurde ein Bitcoin für rund 55.000 Dollar gehandelt – das entspricht in etwa dem Preis eines voll ausgestatteten »Model 3« von Tesla in den USA.

jok/dpa
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