Höhere Subventionen in den USA Tesla stoppt offenbar Bau der Batteriefabrik in Brandenburg

Eigentlich wollte Tesla Batterien in Deutschland herstellen – doch nun stellt das Unternehmen den Standort laut einem Bericht infrage. Hintergrund sind offenbar bessere Fördermöglichkeiten in den USA.
Baustelle des Gebäudes der Batteriefabrik in Brandenburg

Baustelle des Gebäudes der Batteriefabrik in Brandenburg

Foto: Patrick Pleul / dpa

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat das Bauvorhaben für eine Batteriefabrik in Deutschland einem Medienbericht zufolge vorerst auf Eis gelegt. Wie das »Wall Street Journal« berichtet, prüft das Unternehmen des Milliardärs Elon Musk derzeit, ob ein Standort in den USA vorteilhafter wäre. Hintergrund ist ein neues US-Gesetz zur Förderung der heimischen Batterieproduktion.

Pläne der Regierung von Präsident Joe Biden sehen Steuergutschriften von 7500 Euro für US-Bürger vor, die Elektrofahrzeuge aus US-Produktion mit einer in den USA gefertigten Batterie kaufen. Tesla hatte geplant, zusätzlich zu der bereits in der Nähe von Berlin errichteten Autofabrik eine Batteriefabrik in Deutschland zu bauen. Die Batterien sollten gegebenenfalls auch zum Einbau in die Fahrzeuge in die USA geschickt werden.

Das »Wall Street Journal« berichtet nun unter Berufung auf Insider, dass Musks Unternehmen zunächst die Auswirkungen des US-Gesetzes prüfen wolle und sein Projekt in Deutschland bis dahin zurückstelle. Der Hersteller hatte demnach außerdem Ende August, wenige Tage nach der Verabschiedung des Gesetzes, bei der texanischen Rechnungsprüfungsbehörde ein Dossier eingereicht, um die Möglichkeit des Baus einer Lithiumraffinerie in dem Südstaat zu eruieren.

Brüssel sieht Pläne der US-Regierung kritisch

Nach Ansicht der Brandenburger Landesregierung wird Tesla trotz möglicher Steuererleichterungen in den USA seine Batteriefabrik in Deutschland errichten. Das teilte das Ministerium am Donnerstag in Potsdam mit.

Das Wirtschaftsministerium erklärte derweil, es habe am Donnerstag erste Informationen dazu erhalten, sagte eine Sprecherin. »Möglich scheint, dass Tesla einzelne Prozessschritte in den Werken neu priorisiert, der Standort Grünheide jedoch in Aufbau und mit seinen Arbeitsplätzen so erhalten bleibt.« Den Bericht wollte sie nicht kommentieren, schreibt dpa.

Die Pläne der US-Regierung zu Steuergutschriften werden auch in Brüssel kritisch gesehen. Die EU-Kommission bezeichnete die Steuergutschriften für Käufer von US-Produkten als »diskriminierend«. Die Brüsseler Behörde sehe darin eine Benachteiligung von Unternehmen, die Batterien für ihre E-Fahrzeuge aus dem Ausland beziehen, sagte eine Sprecherin. Dies verstoße gegen die Regeln der Welthandelsorganisation.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte, er habe am Rande des G7-Treffens der Handelsminister mit seiner US-Kollegin auch über das fragliche Gesetz gesprochen. Es sei normal, dass er im Gespräch mit Partnern auf »die Interessen von deutschen Unternehmen beziehungsweise von europäischen Unternehmen« hinweise, fügte er hinzu. Es gehe auch um »fairen Handel«.

Der Bau der Batteriefabrik in Grünheide in Brandenburg ist schon weit fortgeschritten – der Zeitplan für eine Eröffnung war aber unklar. Tesla-Chef Elon Musk wollte das Werk bei Berlin auch zur weltgrößten Batteriefabrik machen, wie er im November 2020 sagte. Geplant ist dort bisher die Massenfertigung neuartiger Batteriezellen mit einer Herstellung von Trockenelektroden, die mit deutlich weniger Flächenverbrauch und Energieaufwand auskommen sollten. Das Unternehmen produziert seit März dieses Jahres in Grünheide E-Autos.

ani/AFP/dpa
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