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03. Oktober 2017, 10:28 Uhr

E-Auto Model 3

Tesla verfehlt Produktionsziel deutlich

Statt wie geplant 1500 elektrische Mittelklassewagen hat Tesla im dritten Quartal nur 260 gebaut. Anleger reagieren enttäuscht, der Aktienkurs fällt. Ford und GM blasen derweil zum Angriff.

Der E-Auto-Hersteller Tesla hat die Produktionsziele für seinen ersten Mittelklassewagen, das Model 3, im dritten Quartal klar verfehlt. Von dem ab rund 35.000 Dollar erhältlichen E-Auto, für das es zahlreiche Vorbestellungen gibt, wurden lediglich 260 Stück gefertigt, wie die Firma von Elon Musk mitteilte.

Dabei hatte Tesla Anfang August noch über 1500 Autos des Models 3 als Quartalsziel ausgegeben. Die Fertigung des Wagens sollte bis Ende des Jahres auf 5000 Stück pro Woche hochgefahren werden. Dass das Quartalsergebnis nun erheblich geringer ausfiel, begründete Tesla mit "Produktionsengpässen" und betonte, es gebe keine grundsätzlichen Probleme mit der Fertigungs- und Lieferkette.

Enttäuschte Anleger

Insgesamt stellte Tesla im abgelaufenen Quartal 25.336 Fahrzeuge her und lieferte 26.150 aus. Das entspricht einem Absatzplus von 4,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Damit wurden die Erwartungen von Analysten übertroffen. Mit 14.065 Wagen entfiel der Großteil der Auslieferungen auf die Luxus-Limousine Model S. Von dem seit September 2015 erhältlichen E-SUV Model X brachte Tesla 11.865 Wagen an die Kundschaft, vom neuen Model 3 nur 220 Stück.

Bei Anlegern überwog die Enttäuschung über die schwachen Zahlen beim Model 3: Nachbörslich fiel die Tesla-Aktie um 1,6 Prozent. Der Siegeszug von Tesla an der Börse scheint damit vorerst beendet zu sein. Dort hatte die Musk-Firma trotz roter Zahlen und überschaubarer Produktion zwischenzeitlich sogar dem größten US-Autobauer General Motors (GM) in diesem Jahr den Rang abgelaufen. Nun wachsen die Zweifel an Musks Plänen.

"Vollelektrische Zukunft" bei GM

Die Autoriesen GM und Ford blasen derweil zum Angriff auf Tesla. US-Marktführer GM will sein Angebot an Elektroautos kräftig ausbauen - bereits in den nächsten anderthalb Jahren würden zwei weitere vollelektrische Modelle vorgestellt, kündigte der Konzern am Montag in Detroit an.

"General Motors glaubt an die vollelektrische Zukunft", verkündete der für Produktentwicklung zuständige Manager Mark Reuss. Zwei neue Stromer, die auf GMs aktuellem E-Auto Chevrolet Bolt EV aufbauen, sollen in den nächsten 18 Monaten präsentiert werden. Es handele sich dabei aber nur um die ersten zwei von mindestens 20 neuen E-Modellen, die der Hersteller bis 2023 auf den Markt bringen wolle.

Der E-Antrieb werde sich zwar nicht "über Nacht" durchsetzen, so GM-Manager Reuss. Doch man sehe sich verpflichtet, Gebrauch und Akzeptanz der Technologie kompromisslos im Sinne der Kundenbedürfnisse voranzutreiben. Der größte US-Autohersteller will auf dem Weg zur Elektrifizierung zweigleisig fahren und beim Antrieb neben Batterien auch auf Wasserstoff-Brennstoffzellen setzen.

Wird es eng für Tesla?

Ford, die Nummer zwei im US-Automarkt, gab fast zeitgleich bekannt, ebenfalls die Anstrengungen in Sachen Elektromobilität zu intensivieren. Das Unternehmen habe am Hauptsitz in der US-Autometropole Detroit das "Team Edison" aufgestellt, das sich in den nächsten Jahren um Investitionen in E-Autos kümmern und Partnerschaften mit Zulieferern und anderen Firmen in diesem Bereich erkunden solle. Am Dienstag will Ford-Chef Jim Hackett seine Strategie bei einer Konferenz in New York konkretisieren.

Bei Anlegern kamen die Nachrichten gut an - die GM-Aktie legte um mehr als vier Prozent zu, Ford schaffte ein Plus von einem Prozent. Mit einem Börsenwert von gut 61 Milliarden Dollar steht GM aktuell wieder deutlich vor Tesla. Sollten GM und Ford ernsthaft dagegenhalten, könnte es für Tesla eng werden - denn was Gewinne, Erlöse und Verkäufe angeht, liegen zwischen den Urgesteinen der US-Autoindustrie und dem aufstrebenden Neuling aus dem Silicon Valley noch immer Welten.

hei/dpa

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