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21. Februar 2011, 14:05 Uhr

Teure Rettung

Pleitebanken treiben Staatsschulden auf zwei Billionen Euro

Es ist eine Zahl mit zwölf Nullen: Der Schuldenstand der Bundesrepublik ist 2010 auf fast zwei Billionen Euro gestiegen. Dass die Verbindlichkeiten so schnell wie nie zuvor wuchsen, lag vor allem an der kostspieligen Rettung von Geldinstituten.

Wiesbaden - Die Wirtschaftskrise scheint überwunden, doch die Kosten ihrer Bewältigung zeigen sich immer deutlicher: Durch die Rettung angeschlagener Banken ist die öffentliche Verschuldung in Deutschland 2010 so stark angestiegen wie noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Zum Jahresende seien Bund, Länder und Gemeinden waren zum Jahresende mit 1998,8 Milliarden Euro verschuldet gewesen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Auf jeden Bundesbürger entfielen damit im Durchschnitt Verbindlichkeiten in Höhe von 24.450 Euro.

Allein seit dem Krisenjahr 2009 wuchsen die Schulden um 304,4 Milliarden Euro, das sind 18 Prozent. Der wichtigster Faktor waren dabei sogenannte "Bad Banks", mit denen der Staat kriselnde Institute von Risikopapieren befreite. Allein die Übertragung solcher Papiere der Hypo Real Estate und Ausgaben für die Abwicklung der WestLB ließen den Schuldenstand zum Jahresende um 232,2 Milliarden Euro steigen.

Die Zusatzbelastungen treffen besonders Bund und Länder. Beim Bund stiegen die Schulden um mehr als ein Fünftel auf 1284,1 Milliarden Euro, bei den Ländern lag der Anstieg bei 13 Prozent auf 595,3 Milliarden Euro. Ihre Verschuldung reduzieren konnten nur Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Der Schuldenstand von Nordrhein-Westfalen wurde hingegen durch die Turbulenzen bei der WestLB um 40 Prozent in die Höhe getrieben.

dab/Reuters/dpa

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