Teurer Personalabbau Telekom macht deutlich weniger Gewinn

In Deutschland läuft es gut, im Ausland hat die Telekom echte Probleme: Der Gewinn des Konzerns brach im zweiten Quartal um 27 Prozent ein. Obwohl das Unternehmen Stellen abgebaut hat, stiegen die Personalkosten deutlich.

Telekom-Zentrale in Bonn: Umsatz sinkt um sieben Prozent
ddp

Telekom-Zentrale in Bonn: Umsatz sinkt um sieben Prozent


Bonn - Der teure Personalabbau macht der Telekom zu schaffen: Vor allem die Zahlungen an Vorruheständler lasten auf der Bilanz - sie kosten den Konzern allein eine halbe Milliarde Euro. Insgesamt gibt die Telekom 16,2 Prozent mehr fürs Personal aus als ein Jahr zuvor, obwohl die Zahl der Beschäftigten um vier Prozent reduziert wurde.

Neben dem schwächelnden Auslandsgeschäft führt dies dazu, dass die Telekom im zweiten Quartal deutlich weniger Gewinn gemacht hat. Der Überschuss sank um 27 Prozent auf 348 Millionen Euro. Auch beim Umsatz verbuchte der Konzern ein Minus - mit knapp 14,5 Milliarden lag er 6,8 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Wenig erfreulich lief es für den Konzern im Ausland. Im Europageschäft, das 13 vor allem osteuropäische Länder umfasst, rutschte der Gewinn um acht Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Insbesondere in den einst in der Hoffnung auf starkes Wachstum gekauften Töchtern in Griechenland, Rumänien und Ungarn lief es schlechter als im Jahr zuvor.

Bei der Mobilfunktochter T-Mobile USA brach der Gewinn sogar um ein Fünftel ein - neben Kundenverlusten machte dem Unternehmen dort die Dollarschwäche zu schaffen. Im März hatte die Telekom angekündigt, dass sie ihr US-Geschäft an den US-Branchenriesen AT&T für 39 Milliarden Dollar verkaufen will. Die Transaktion muss jedoch noch von den US-Wettbewerbsbehörden genehmigt werden - grünes Licht wird erst für nächstes Jahr erwartet.

Für das Gesamtjahr hält die Telekom dennoch an ihrer optimistischen Prognose fest. So will der Konzern 2011 einen Gewinn von rund 14,9 Milliarden Euro erreichen.

cte/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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eigene_meinung 04.08.2011
1. Wann?
Wann werden es die Id***en in den Konzernvorständen endlich begreifen, dass "betriebsbedingte" Entlassungen kein Geld sparen, sondern Geld kosten und den Umsatz verringern? Die Entlassenen erhalten Abfindungen, Frühpensionen, etc. (und zusätzlich irgendwann Geld vom Staat und von der Arbeitslosen-/Rentenversicherung - Geld, das teilweise von den schuldigen Unternehmen selbst kommt), ohne dafür dem Unternehmen eine Gegenleistung erbringen zu dürfen. Andererseits fehlen ebendiese Entlassenen an allen Ecken und Enden, was Produktqualität und -quantität, Umsatz und Gewinn schmälert.
sommer_fuer_alle 04.08.2011
2. Fehler im Artikel
Leider scheint der Autor des Artikels nicht zu wissen, daß EBITDA etwas anderes ist als 'Gewinn'. Bei den 14,9 Milliarden Euro handelt es sich um EBITDA - das ist das Ergebnis VOR Abschreibung und Steuer. Das als Gewinn zu bezeichnen ist grob falsch.
Peletua 04.08.2011
3. Service wie bei Tele Murx & Co.?
Zitat von sysopIn Deutschland läuft es gut, im Ausland hat die Telekom echte Probleme: Der Gewinn des Konzerns brach im zweiten Quartal um 27 Prozent ein. Obwohl das Unternehmen Stellen abgebaut hat, stiegen die Personalkosten deutlich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778331,00.html
Die Gewinne werden beim angekündigten Personalabbau in Deutschland auch hierzulande einbrechen. Denn warum sollte man zur teuren Telekom gehen, wenn man dort ebenso miesen Service erhält wie beim Billigheimer? Dass die Götter vor den Shareholder Value einer Marke deren Customer Value, also den Wert des Unternehmens für den Kunden, gesetzt haben, haben manche eben immer noch nicht begriffen. Quasi-Monopolisten wie die Deutsche Bahn brauchen es auch nicht zu begreifen, aber in dieser glücklichen Situation ist die Telekom halt nicht...
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