Teurer Sprit Ölpreis macht Amerikaner zu Fußgängern

Trotz eines vorübergehenden Kurssturzes ist Öl teuer. Die hohen Preise drosseln laut Internationaler Energieagentur die weltweite Nachfrage - und bewegen Amerikaner zum Verzicht aufs Auto.

Tankstelle in Ohio: Wirtschaftliche Erholung gefährdet
AP

Tankstelle in Ohio: Wirtschaftliche Erholung gefährdet


Paris - Es war ein Einschnitt, doch keine Trendwende: Ende vergangener Woche gingen die Preise für Öl zusammen mit anderen Rohstoffen auf Talfahrt. Doch mittlerweile steigt der Preis für die Nordseesorte Brent wieder. Und selbst in der Vorwoche legte der Kurs insgesamt um gut zwei Prozent zu.

Doch zumindest die Geschwindigkeit des Preisanstiegs wird der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge abnehmen. Der Grund: Die weiterhin hohen Preise bremsen nach Einschätzung der IEA die weltweite Nachfrage nach Öl. Der Ölbedarf werde in diesem Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent oder 1,29 Millionen Barrel pro Tag zunehmen, teilte die IEA am Donnerstag in ihrem Monatsbericht mit. Bislang war die Agentur von einem Anstieg um 1,43 Millionen Barrel pro Tag ausgegangen. 2010 war die Ölnachfrage noch um 3,3 Prozent gestiegen.

Im April sank die weltweite Ölproduktion um 50.000 Barrel pro Tag auf 87,5 Millionen Barrel. Dies liege unter anderen an der stark geschrumpften Ölproduktion in Folge des Libyenkonflikts, heißt es in dem Bericht.

Vor allem in den USA ist laut IEA zudem zu beobachten, dass die Menschen wegen der relativ hohen Benzinpreise auf Autofahrten verzichten. In China und vielen anderen Ländern würden dagegen staatliche Subventionen die Folgen der hohen Preise abfedern. Die Preisexplosion könne auch zu einem Ende kommen, weil das teure Öl die wirtschaftliche Erholung gefährde.

Die Prognose der IEA ist zurückhaltender als die des Ölförderkartells Opec oder der US-Energiebehörde EIA. Beide Organisationen sagen einen Anstieg um 1,4 Millionen Barrel pro Tag vorher.

dab/Reuters/dpa



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tomtomtomtomtom 12.05.2011
1. Miss Verständlich
"Der Ölbedarf werde in diesem Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent oder 1,29 Millionen Barrel pro Tag zunehmen, teilte die IEA am Donnerstag in ihrem Monatsbericht mit." Meint wohl: Der Ölbedarf werde in diesem Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent (oder 1,29 Millionen Barrel pro Tag) zunehmen, teilte die IEA am Donnerstag in ihrem Monatsbericht mit. Könnte aber auch gelesen werden als: Der Ölbedarf werde in diesem Jahr voraussichtlich um (1,5 Prozent oder 1,29 Millionen Barrel) pro Tag zunehmen, teilte die IEA am Donnerstag in ihrem Monatsbericht mit.
naabaya 12.05.2011
2. Staat
Zitat von tomtomtomtomtom"Der Ölbedarf werde in diesem Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent oder 1,29 Millionen Barrel pro Tag zunehmen, teilte die IEA am Donnerstag in ihrem Monatsbericht mit." Meint wohl: Der Ölbedarf werde in diesem Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent (oder 1,29 Millionen Barrel pro Tag) zunehmen, teilte die IEA am Donnerstag in ihrem Monatsbericht mit. Könnte aber auch gelesen werden als: Der Ölbedarf werde in diesem Jahr voraussichtlich um (1,5 Prozent oder 1,29 Millionen Barrel) pro Tag zunehmen, teilte die IEA am Donnerstag in ihrem Monatsbericht mit.
Was wir bräuchten, ware ein staatlicher Ölkonzern, der mit einem Benzinpreis con 1,30 Euro den Spekulanten das Wasser abgraben würde. Diese Schmarotzer verdienen sich doch dumm und dämlich!
Breen 12.05.2011
3. no, no, no
Zitat von sysopTrotz eines vorübergehenden Kurssturzes ist*Öl teuer. Die hohen Preise drosseln laut Internationaler Energieagentur die weltweite Nachfrage - und bewegen Amerikaner zum Verzicht aufs Auto. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,762240,00.html
$ 4,18 je Gallone (s. Abbildung) macht so ziemlich € 0,78 je Liter. Stolzer Preis, really.
Klaus Schroiff 12.05.2011
4. Wo ist das Problem ?
Zitat von naabayaWas wir bräuchten, ware ein staatlicher Ölkonzern, der mit einem Benzinpreis con 1,30 Euro den Spekulanten das Wasser abgraben würde. Diese Schmarotzer verdienen sich doch dumm und dämlich!
Kaufen Sie einfach Aktien der Ölkonzerne. Ich fahre seit Jahren aufgrund der Gewinne quasi kostenlos (und mehr als nur das). Von mir aus kann der Ölpreis gerne noch weiter steigen.
zila 12.05.2011
5. .
Der Artikel ist irrefuehrend, hier laeuft keiner. Aber Sie scheinen sich ja bestens auszukennen. Moechte daher einwender, auch in Amerika gibt es Vorstadtzuege, Busnetze, Parkplaetze zum Carpooling usw. Die Amis reagieren mit veraendertem Verhalten auf hohe Spritpreise: 1. kleinere Autos werden beliebter. In Kanada kriegen sie jetzt den Ford Fiesta, auch Minis oder der Honda Jazz/Fit sind beliebt. Dazu die Hybrids, da hier im langsamen Stadtverkehr wirklich viel Sprit unnuetz verbrannt wird. Man muss gar nicht so radikal sein, vom 13L/100km Truck auf 9L/100km Sport-SUV spart auch schon 30% und das Auto ist immer noch angenehm gross. 2. Erhoehte Nutzung von Carpooling und Nahverker, auch das gibt es in Nordamerika. 3. Verzicht. Und zwar weniger Fahrten zur Cottage (=Ferienhaus/Zweitwohnsitz) oder nicht mehr getrennt mit beiden Familienautos, damit man unterschiedlich lange bleiben kann. Auch das Motorboot wird weniger genutzt. Vergessen sie nicht, dass es viel mehr reiche Amerikaner als Europaer gibt und solcher Luxus sonst auch gern finanziert wird. 4. Im Sommer fahren auch mehr und mehr Leute Fahrrad oder Scooter. Es gibt seit einiger Zeit die versicherungsfreie Kategorie Elektroscooter, in der Leistung etwa einem Mofa vergleichbar.
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