Teures Benzin Inflation klettert auf Rekordhoch

Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen rasant. Die April-Inflation lag nach vorläufigen Berechnungen bei 2,4 Prozent - vor allem wegen hoher Energiekosten. Die Europäische Zentralbank gerät nun in Zugzwang: Nach ihren eigenen Statuten muss sie die Teuerungsrate unter 2,0 Prozent drücken.
Tankstelle: Das Geld ist immer weniger wert

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Foto: Getty Images

Wiesbaden - Das Leben in Deutschland wird immer teurer. Im April stiegen die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Oktober 2008. Im März hatte die Jahresteuerung noch bei 2,1 Prozent gelegen. Preistreiber waren erneut Sprit und Heizöl.

Die hohe Inflation setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck: Preisstabilität sieht sie nach ihren eigenen Statuten nur bei Teuerungsraten von knapp unter 2,0 Prozent gewahrt. Dieser Wert bezieht sich zwar auf den gesamten Euro-Raum; doch Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas hat großen Einfluss auf die Gesamtzahlen.

Mit anderen Worten: Die EZB müsste nun eigentlich die Zinsen noch weiter erhöhen, um eine galoppierende Inflation in Europa zu verhindern. Ulrike Rondorf von der Commerzbank warnt bereits: "Die Inflationsrisiken in Deutschland sind mittlerweile akut."

Die Notenbank hat den Leitzins im Euro-Raum zwar schon leicht auf 1,25 Prozent erhöht. Experten erwarten nun aber, dass die Währungshüter in den kommenden Monaten weiter an der Zinsschraube drehen dürften. Je höher die Zinsen, desto eher wird der Inflation entgegengewirkt. Allerdings bergen hohe Zinsen auch Risiken: Die Konjunktur wird tendenziell abgewürgt - und das Schuldenmachen wird für Fast-Pleite-Staaten wie Griechenland noch teurer.

Verbraucher sind nicht mehr ganz so optimistisch

Im Vergleich zum Vormonat legten die Preise in Deutschland um 0,3 Prozent zu. "Wie in den vergangenen Monaten wird die Teuerungsrate maßgeblich durch starke Preiserhöhungen bei Energieprodukten bestimmt", betonten die Statistiker. Endgültige Daten veröffentlicht das Amt am 11. Mai.

Die hohe Inflation verunsichert zusehends auch die Verbraucher. Laut GfK-Konsumklimaindex sind sie nicht mehr ganz so optimistisch gestimmt. "Höhere Preise, die Atomkatastrophe in Japan sowie die Unruhen in Nordafrika und Nahost lassen die Rahmenbedingungen für die Konsumenten im Augenblick nicht mehr ganz so rosig erscheinen", teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit.

Vorstandschef Klaus Wübbenhorst betonte allerdings, dass dies vor allem auf psychologische Faktoren zurückzuführen sei: "Wir werden - wenn sich der Staub ein bisschen gelegt hat - sehen, dass die Fundamentaldaten nach wie vor gut sind."

Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bleibt bei seiner grundsätzlich optimistischen Einstellung: "Der Aufschwung in Deutschland steht auf einer soliden Grundlage. Der private Konsum wird in diesem Jahr eine entscheidende Stütze bleiben."

wal/dpa/Reuters
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