Textildiscounter Gewerkschaft übergibt Protestpostkarten an KiK

Der Textildiscounter KiK ist in der Bekleidungsbranche der Inbegriff von "billig". Weil der Konzern Zulieferern geringe Preise zahlt und seine Mitarbeiter mit Niedriglöhnen abspeist, wächst der Druck auf die Firma. Am Mittwoch übergaben Gewerkschafter Protestpostkarten an KiK.

KiK-Filiale: Der Textildiscounter machte zuletzt 1,1 Milliarden Euro Umsatz
DDP

KiK-Filiale: Der Textildiscounter machte zuletzt 1,1 Milliarden Euro Umsatz


Bönen - Es war ein Zeichen gegen Ausbeutung: Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der "Kampagne für saubere Kleidung" übergaben am Mittwoch vor der Geschäftsstelle des Textildiscounters KiK im westfälischen Bönen Protestpostkarten an das Unternehmen. Insgesamt hatten mehr als 1300 Bürger an der Unterschriftenaktion teilgenommen.

Gewerkschafter und Vertreter der Kampagne beklagten, dass die Einkaufspolitik der Discounter - und insbesondere von KiK - zu Niedriglöhnen und sinkenden Sozialstandards bei den asiatischen Näherinnen führe. "Wir fordern von der Konzernleitung eine Veränderung ihrer Einkaufspraxis. KiK muss faire Preise zahlen, damit auch gerechte Löhne für die Näherinnen gezahlt werden können", sagte Gisela Burckhardt von der "Kampagne für Saubere Kleidung". Sie forderte jedoch auch für die Verkäufer in Deutschland faire Arbeitsbedingungen.

KiK, das zum Tengelmann-Konzern gehört, wächst trotz der Wirtschaftskrise immer weiter. Mit derzeit 2800 Filialen in sechs Ländern machte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,1 Milliarden Euro Umsatz. Zuletzt war der Billiganbieter in die Kritik geraten, weil er seinen Mitarbeitern hinterschnüffelte.

böl



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