Bluttest-Start-up Theranos Elizabeth Holmes baut Führungsspitze um

Sie gründete das Bluttest-Start-up Theranos, wurde zur Milliardärin. Doch ihr Produkt geriet massiv in die Kritik. Jetzt versucht Elizabeth Holmes den Befreiungsschlag.

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes
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Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes


Das Bluttest-Start-up Theranos hat massive Probleme: die US-Börsenaufsicht, den medizinischen Dienst der US-Krankenversicherung Medicare und die Arzneimittelbehörde (FDA).

Die Vorwürfe, der revolutionäre Bluttest sei in Wahrheit untauglich, werden auch gegen die Gründerin Elizabeth Holmes erhoben, die mit dem Unternehmen zur Milliardärin wurde. Jetzt versucht Theranos mit einem Führungsumbau den Befreiungsschlag.

Die einst in einer Finanzierungsrunde mit neun Milliarden Dollar bewertete Firma bringt zwei neue Mitglieder mit medizinischem Hintergrund in ihren Verwaltungsrat. Außerdem geht der Top-Manager Sunny Balwani, der für das operative Geschäft zuständig war, wie Theranos mitteilte.

Eine Theranos-Sprecherin sagte dem "Wall Street Journal", Balwani werde nicht für die Probleme des Unternehmens verantwortlich gemacht, stattdessen solle es einen Umbau der Chefetage mit neu geschaffenen Spitzen-Posten für medizinische Fragen und Forschung geben.

Theranos verspricht, Bluttests durch deutlich kleinere Proben zu revolutionieren. Gründerin und Chefin Holmes, der gut die Hälfte der Firma gehört, wurde damit zum Star in Technologie-Blogs, trat auf diversen Konferenzen auf und war auf Magazin-Covern zu sehen. Nach einer Serie von Enthüllungsberichten ermitteln nun aber die US-Behörden.

Die Probleme begannen im vergangenen Oktober mit Berichten im "Wall Street Journal", wonach die Theranos-Technologie für kleinere Blutmengen nicht zuverlässig genug funktioniere und die Proben auf konventionellen Maschinen anderer Hersteller getestet würden. Theranos wies die Kritik am Verfahren zurück und erklärte, die Technologie sei in Entwicklung und auf Kurs.

In den Verwaltungsrat kommen nun ein ehemaliger Top-Manager des Biotech-Unternehmens Amgen, Fabrizio Bonnani, sowie ein früherer Chef der amerikanischen Seuchenschutz-Behörde CDC, William Foege. In dem Kontrollgremium dominierten ursprünglich Polit-Veteranen wie Henry Kissinger und George Shultz.

nck/dpa

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