Bluttest-Unternehmerin Elizabeth Holmes feuert 40 Prozent ihrer Mitarbeiter

Elizabeth Holmes galt als aufsteigender Stern der Start-up-Szene - ehe Zweifel an ihrem Bluttest-Unternehmen Theranos aufkamen. Nun muss fast die Hälfte ihrer Mitarbeiter gehen.

Elizabeth Holmes
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Elizabeth Holmes


Bei manchen Start-ups liegt nur wenig Zeit zwischen den ersten Begeisterungsstürmen an den Kapitalmärkten und dem Absturz. Im Falle von Elizabeth Holmes' Firma Theranos waren es sogar nicht einmal zwei Jahre: Der Plan der US-Amerikanerin war, den Markt für Blutuntersuchungen zu revolutionieren, mit kleinen, kostengünstigen Testgeräten. Theranos wurde von Investoren zwischenzeitlich mit neun Milliarden Dollar bewertet - und Holmes, 32, stieg auf zur jüngsten Selfmade-Milliardärin. Das war 2014.

Seit einem Jahr kommt Holmes allerdings nicht aus den negativen Schlagzeilen. Die Testergebnisse ihrer Geräte erwiesen sich als zu ungenau. Holmes verlor ihre wichtigsten Geschäftspartner. Das US-Magazin "Forbes" hat ihr Milliardenvermögen herabgestuft - auf null.

Die Turbulenzen haben nun auch Folgen für Holmes Mitarbeiter. Theranos hat angekündigt, sich von 340 Mitarbeitern zu trennen. Das entspricht mehr als 40 Prozent der gesamten Belegschaft von bislang 790 Angestellten.

Gründerin Holmes begründet den Schritt mit notwendigen Restrukturierungen. Nur so sei die Wende bei Theranos zu schaffen. Die Entlassungen sollen helfen, "unsere ungeteilte Aufmerksamkeit wieder auf unsere miniLab-Plattform zu richten", schreibt sie auf der Theranos-Webseite.

Holmes hatte die miniLab-Geräte im Sommer vorgestellt. Die Zukunft von Theranos ist dennoch unsicher. Die US-Behörden wollen Holmes die Labor-Lizenz entziehen, die Unternehmerin wehrt sich juristisch gegen die Entscheidung.

beb

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