Ältester Reisekonzern der Welt Chinesen wollen Thomas Cook retten

Thomas Cook bekommt Hilfe aus China. Die Fosun-Gruppe bietet dem hochverschuldeten Reisekonzern rund 835 Millionen Euro für seine Reisesparte und einen Anteil an seiner Airline.

Logo von Thomas Cook
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Der angeschlagene Traditionskonzern Thomas Cook kann auf frisches Kapital hoffen. Sein größter Aktionär, die Fosun-Gruppe, bietet dem britischen Tourismusunternehmen eine Geldspritze in Höhe von rund 835 Millionen Euro an.

Im Gegenzug könnte Fosun die Kontrolle des Reisegeschäfts und einen nicht unerheblichen Minderheitsanteil am Fluggeschäft übernehmen, teilte der Investor mit. Ihm gehören bereits jetzt 18 Prozent der Aktien am Thomas-Cook-Konzern.

Fosun ist das größte in Privatbesitz befindliche Konglomerat der Volksrepublik China. Die Gruppe mit Hauptsitz in Shanghai ist unter anderem an Versicherungen, Industriebetrieben und Tourismusfirmen beteiligt. Auch die Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser befindet sich im Besitz der Chinesen.

Nach Angaben von Thomas Cook Chart zeigen sind die Verhandlungen über eine Finanzspritze von Fosun in einem fortgeschrittenen Stadium. Die Gespräche dauerten aber noch an, hieß es. Niemand habe gewollt, dass es soweit komme, sagte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser mit Blick auf die Geldspritze. Nun aber liege zumindest eine "pragmatische Lösung" auf dem Tisch.

Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau

Thomas Cook gilt als ältester Reiseanbieter der Welt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg sind die Briten bereits seit 1841 im Geschäft. Zuletzt aber war die Traditionsfirma immer mehr in die Krise geraten. Der Börsenwert des Reisekonzerns ist in den vergangenen zwölf Monaten um gut 87 Prozent eingebrochen.

Inzwischen gibt es sogar Zweifel an der Zahlungsfähigkeit von Thomas Cook. Laut Bloomberg belaufen sich die Schulden des Unternehmens auf rund 1,9 Milliarden Dollar. Die Erträge aus dem Reisegeschäft gehen gleichzeitig zurück. Die Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor's haben die Kreditwürdigkeit des Unternehmens bereits auf Ramschniveau heruntergestuft.

Die Briten hatten nach eigenen Angaben bereits zuvor mehrere Angebote für ihre Fluggesellschaften oder Teile davon erhalten, unter anderem von der Lufthansa, die vor allem am deutschen Ferienflieger Condor interessiert ist.

ssu



insgesamt 7 Beiträge
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karlo1952 12.07.2019
1. Man muss sich schon fragen,
Was macht der eine ( z.B. Ryan Air) richtig, das der andere falsch macht und Pleite geht ( z.B. Thomas Cook und Air Berlin u.a.). Da werden wir in Zukunft wohl noch mehr Pleiten erleben.
Andreas P. 12.07.2019
2. Wer kauft Condor?
Condor ist eine Fluggesellschaft mit den ältesten Fliegern (B757 etc.) und einem abgelutschten Image. Lufthansa war vor einigen Jahren froh, die Condor los geworden zu sein und jetzt hofft man - wie bei Air Berlin auch - ein Schnäppchen zu machen und den Schrott für ein paar Euro zurückzukaufen.
oliver_brunner 12.07.2019
3. Was macht Ryan Air richtig!
Zu dem anderem Kommentar, was macht Ryan Air richtig. Besser wäre zu schreiben was macht Ryan Air falsch, das sind auch die folgen von Ryan Air. Ryan Air zahlt und behandelt die Angestellten schlecht um günstige Preise machen zu können. Thomas Cook zahlt dafür besser und erzielt dadurch geringere Einnahmen. Durch die Geiz ist Geiz Kultur gehen in der Wirtschaft eher die Unternehmen Pleite, die auch die anständigen Löhne zahlen.
spon_leser2892 12.07.2019
4. Condor ist im Gegensatz zu Ryanair spitze
Ich fliege viel mit Condor nach Südamerika. Unschlagbar im Preis und der Service ist besser als bei Lufthansa oder TAP oder TAM. Ich denke nicht, dass die Condor das finazielle Problem der Thomas Cook ist - eher noch der Einzige profitable Bereich.
r_saeckler 12.07.2019
5. Macht Sinn!
Denn mittlerweile gibt es mehr reiche und superreiche Chinesen die sich Weltreisen überall hin leisten können - und auch tun! - als es insgesamt Briten oder Deutche gibt, die sich einen Zwei-Wochen-Urlaub auf Malle oder Teneriffa leisten können.
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