Condor unter Druck Thomas Cook erwägt Verkauf seiner Fluglinien

Weil immer mehr Urlauber last minute buchen, überdenkt der Reisekonzern Thomas Cook die Zukunft seiner Fluglinien. Betroffen sind 103 Maschinen.

Condor-Boeing (Archiv)
AP

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Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook zieht den Verkauf seiner Fluglinien, zu denen auch die deutsche Condor gehört, in Betracht.

"Wir sind in einer frühen Phase einer strategischen Revision und werden alle Optionen prüfen", sagte Vorstandschef Peter Fankhauser. Man brauche mehr finanzielle Flexibilität, begründete der Konzern den Schritt. Zwar habe man bei den Einsparungen Fortschritte erzielt, bei den Sommer-Buchungen seien die Kunden aber zurückhaltend, vor allem in Großbritannien.

Die Flotte von Thomas Cook Airlines umfasst 103 Flugzeuge. Seit einiger Zeit hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, Thomas Cook könnte sich von seiner Airline-Sparte trennen. Fankhauser hatte die Gerüchte mehrfach zurückgewiesen.

Umsatzanstieg im ersten Quartal

Im typischerweise schwachen ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember stieg der Umsatz des Reiseveranstalters ein Prozent auf 1,66 Milliarden Pfund. Operativ verbuchte der Konzern einen Verlust von 60 Millionen Pfund. An den Prognosen für das Gesamtjahr hält Thomas Cook fest.

Im vergangenen Geschäftsjahr war bei dem Reisekonzern der operative Gewinn fast um ein Fünftel auf 250 Millionen Pfund eingebrochen. Das lag am schwachen Fernreisegeschäft, weil im heißen Sommer 2018 viele Urlauber zu Hause blieben.

Am Vorabend hatte bereits der weltgrößte Reisekonzern Tui seine Gewinnpläne für das laufende Geschäftsjahr eingedampft und dies unter anderem auf die Auswirkungen des bevorstehenden Brexits zurückgeführt.

brt/Reuters/dpa-AFX

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