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04. Oktober 2019, 07:34 Uhr

Nach Thomas-Cook-Pleite

Hotels befürchten Millionenverluste

Die Bilanz ist verheerend: Nach der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook rechnen Hotels in Griechenland, Spanien und der Türkei mit hohen Ausfallkosten. Allein auf Mallorca geht es um 100 Millionen Euro.

An beliebten Urlaubszielen sorgt die Pleite des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook bei Hotels für finanzielle Probleme. Allein der griechische Hotelverband (HHF) rechnet in diesem Jahr mit Kosten von rund 500 Millionen Euro. Darunter seien 200 Millionen Euro aus nicht gezahlten Rechnungen von Thomas Cook, "zuzüglich 115 Millionen Euro jener Gäste, die nach der Pleite im Oktober gar nicht mehr angereist sind", sagte HHF-Präsident Grigoris Tasios.

Dazu kämen Kosten für den allgemeinen Betrieb. "An den Hotels hängen das Personal, die Zulieferer und über die Steuern auch die Staatskasse", sagte Tasios. In Griechenland gibt es rund 10.000 Hotels, von denen viele jedoch sehr klein sind. Von den großen beherbergten 1200 viele Thomas-Cook-Touristen. Ein paar Dutzend dieser Hotels waren sogar direkte Franchise-Partner des britischen Konzerns.

Der britische Mutterkonzern hatte Anfang vergangener Woche Insolvenz angemeldet, kurz darauf folgten drei deutsche Thomas-Cook-Gesellschaften. Hunderttausende Menschen mussten ihre Reise abbrechen.

Hotels in der Türkei wollen früher schließen

In Spanien rechnen Fachleute des Hotelverbands allein durch offene Rechnungen mit einem Schaden von mindestens 200 Millionen Euro, davon allein 100 Millionen Euro auf der Urlaubsinsel Mallorca.

In der Türkei würden manche Unterkünfte wegen der Pleite in jedem Fall früher schließen als geplant, heißt es seitens des dortigen Hotelverbands Türofed. Etwa tausend Unternehmen seien betroffen, erst in den kommenden Jahren werde sich das Ausmaß zeigen. Deutlicher äußert sich der Tourismus-Beratungsrat TIK: Er spricht von einer "schweren Krise", die zunächst mit bis zu 350 Millionen Euro zu Buche schlagen könnte.

Medienberichten zufolge hatten weltweit einige Hotels, die um ihre Existenz fürchten, Gäste nach der Pleite bedrängt. Auf Mallorca und in Indonesien sollen Gäste aufgefordert worden sein, ihren Aufenthalt erneut zu bezahlen. In der Dominikanischen Republik sollen Hotelmitarbeiter versucht haben, Gäste an der Abreise zu hindern. Das legt ein Video nahe, das der Sender n-tv veröffentlicht hat. Dabei soll es zu Handgreiflichkeiten gekommen sein.

kko/dpa

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