"Eurofighter"-Deal Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Airbus-Chef

Für Airbus-Chef Thomas Enders könnte ein Milliardengeschäft mit "Eurofighter"-Kampfjets in Österreich unangenehme Folgen haben. Die Wiener Justiz weitet ihre Ermittlungen wegen Betrugsverdachts offenbar aus.

Airbus-Chef Thomas Enders
AFP

Airbus-Chef Thomas Enders


Die Wiener Staatsanwaltschaft geht offenbar dem Verdacht des schweren Betrugs durch Airbus-Chef Thomas Enders nach. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Dokument hervor. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte die Untersuchungen gegen den Vorstandschef des Flugzeugbauers. Airbus lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

Bei den Ermittlungen geht es um einen früheren milliardenschweren Kauf von Kampfjets durch Österreich. Die Staatsanwaltschaft Wien hatte im Februar ein Verfahren gegen den Luftfahrtkonzern eröffnet. Das österreichische Verteidigungsministerium hatte die Airbus Defence and Space GmbH - früher EADS Deutschland - sowie die in München ansässige Eurofighter Jagdflugzeug GmbH angezeigt.

Hintergrund ist, dass sich Österreich beim Kauf von zuletzt 15 Jagdflugzeugen des Typs Eurofighter getäuscht fühlt. Das Land fordert 14 Jahre nach dem Kauf rund 1,1 Milliarden Euro Schadenersatz. Enders war damals Chef der Defence-Sparte bei Airbus. Der Luftfahrtkonzern hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Bereits seit Jahren sind die Vorwürfe bekannt, wonach EADS bei dem "Eurofighter"-Deal mit unlauteren Gegengeschäften gearbeitet haben soll.

brt/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
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DonCarlos 26.04.2017
1. Erinnert mich an den Brand der Standseilbahn in Kaprun
Schuld war zum Schluss der deutsche Hersteller eines elektrischen Haushaltslüfters, der gegen aller Vernunft ohne Gehäuse in die Bahn eingebaut wurde. Natürlich nicht der, der den Lüfter eingebaut hat oder die Regierung, die damals das Flugzeug so bestellt hat...
stedaros 26.04.2017
2. uralt
Das Thema ist schon so alt wie die Braunkohle. Langsam könnte ja mal ein investigativer Journalist auf die Idee kommen, ein paar Fakten zu recherchieren. Ohne dies bleibt jeder Artikel auf der Ebene der nutzlosen Information. Schade ich hätt mir mehr erhofft. Ich frage mich natürlich, warum Österreich den Eurofighter überhaupt haben wollte, der kann das Land ja in 10 min überfliegen. Da hätte auch eine einmotorige Maschine greicht, die hätte man bei den Schweden billiger bekommen. Aber jetzt muss gemeckert werden, wo man merkt dass die Wartung auch noch Geld kostet.
wahrsager26 26.04.2017
3. Gegengeschäfte
Welcher Art waren die vermuteten Gegengeschäfte? Wenn ich es nicht überlesen habe,geht aus dem Artikel nichts hervor.Zum Diskutieren wäre das natürlich eine Grundlage......Danke
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