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24. April 2015, 16:44 Uhr

Mögliche Haftentlassung

Klinikbetreiber Marseille könnte Kaution für Middelhoff stellen

Thomas Middelhoff darf aus dem Gefängnis - gegen eine Kaution von 895.000 Euro. Nach SPIEGEL-Informationen könnte Klinikbetreiber Ulrich Marseille dem früheren Top-Manager finanziell aushelfen. Es wäre wohl nicht das erste Mal.

Wer zahlt die Kaution für Thomas Middelhoff? Im Zusammenhang mit der angekündigten Haftentlassung des ehemaligen Arcandor-Chefs gibt es nach Informationen des SPIEGEL Hinweise, dass der Hamburger Pflegeheimbetreiber Ulrich Marseille als einer der Geldgeber für die vom Gericht geforderten 895.000 Euro einspringen könnte. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)

Bereits in der Vergangenheit hatte Marseille Middelhoff, der von 2009 bis 2014 im Aufsichtsrat seines Klinikunternehmens saß, offenbar finanziell unter die Arme gegriffen. Wie aus dem Grundbuch der Stadt Bielefeld hervorgeht, übernahm die Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft vor einiger Zeit Grundschulden, die - neben anderen - auch auf die Privatvilla der Middelhoffs eingetragen waren. Einer der Gläubiger war die Deutsche Bank, die sich 4,5 Millionen Mark hatte eintragen lassen.

In einem Grundbuchvermerk heißt es, nach Angaben von Middelhoffs Notar seien Grundschulden inzwischen "durch notarielle Urkunde an die Marseille Kliniken abgetreten und die Briefe an Herrn Ulrich Marseille übergeben worden".

Der SPIEGEL hatte die Marseille-Kliniken AG um Stellungnahme zu diesem Komplex gebeten. Diese wollte die Fragen nur gegen Zahlung einer Gebühr von 199,20 Euro beantworten. Man habe "entgegenkommender Weise nur die Mindestsätze unserer Preisliste veranschlagt". Der SPIEGEL zahlte nicht. Die Marseille-Kliniken nahmen das Angebot, kostenfrei zu antworten, nicht wahr.

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