Thyssenkrupp Kerkhoff bleibt CEO

Guido Kerkhoff hofft mit der Aufspaltung in zwei börsennotierte Unternehmen die Krise von Thyssenkrupp hinter sich zu lassen. Die Krupp-Stiftung versicherte ihm nun Rückendeckung.

Guido Kerkhoff
AFP

Guido Kerkhoff


Viele Investoren hatten einen Neuanfang ohne Guido Kerkhoff an der Spitze von Thyssenkrupp gefordert. Nun soll der frühere Europachef der Deutschen Telekom fünf Jahre an der Führungsspitze bleiben. Die Krupp-Stiftung, Großaktionär von Thyssenkrupp, hat Kerkhoff und der von ihm beschlossenen Aufspaltung des Industriekonzerns am Sonntag seine Unterstützung zugesichert.

Stiftungsvorsitzende und Mitglied im Aufsichtsrat des Dax-Unternehmens, Ursula Gather, sprach bei der Spaltung von einer überzeugenden, industriellen Logik. Kerkhoff habe die "volle Unterstützung des Aufsichtsrates". Er zeige den Willen, das Unternehmen strategisch neu auszurichten, sagte Gather.

Thyssenkrupp soll in zwei selbstständige Gesellschaften aufgespalten werden. Auf der einen Seite soll im künftigen Materials-Konzern der 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata angesiedelt werden. Hinzu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau. Im zweiten Unternehmen Thyssenkrupp Industrials AG soll das Geschäft mit Aufzügen oder Zulieferungen für die Autoindustrie gebündelt werden.

Endgültige Entscheidung über Kerkhoff 2020

Kerkhoff bekam im Juli vom Aufsichtsrat den Posten des überraschend zurückgetretenen Vorstandschefs Heinrich Hiesinger übertragen. Das Kontrollgremium sah ihn jedoch zunächst nicht als eine Dauerlösung an. Er sei ernannt, "bis der Aufsichtsrat den strukturierten Prozess zur Findung eines Nachfolgers für Heinrich Hiesinger abgeschlossen hat", hieß es.

Seit 2011 hat Kerkhoff viele entscheidende Deals des Konzerns mitgeprägt. Vor allem den Verkauf der verlustreichen Stahlwerke in Brasilien und den USA sowie die Trennung vom Edelstahlgeschäft mit der Weltmarke Nirosta oder das Stahl Joint Venture mit Tata Steel begleitete der Niedersachse.

Mit dem schwedischen Fonds Cevian hatte bereits ein anderer Großaktionär Zustimmung zu dem Vorhaben signalisiert. Die endgültige Entscheidung soll jedoch erst eine Hauptversammlung im Jahr 2020 treffen.

dpa/rtr/mje

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