Korruptionsaffäre bei ThyssenKrupp Manager Wegmann räumt Fehler ein

Die Betrugsvorwürfe gegen die ThyssenKrupp-Tochter TKIS haben offenbar Konsequenzen. Als Reaktion auf einen SPIEGEL-ONLINE-Artikel gab Chef Wegmann zumindest einen Fehler zu. Eine interne Untersuchung wird eingeleitet.

ThyssenKrupp-Zentrale in Essen
thyssenKrupp

ThyssenKrupp-Zentrale in Essen


Wie SPIEGEL ONLINE berichtete, soll die ThyssenKrupp-Tochter TKIS ihrem pakistanischen Vertreter Asadullah Kazmi 20 Millionen Euro vorenthalten haben. Kazmi stellte daraufhin bei der Staatsanwaltschaft Essen Strafanzeige gegen Firmenchef Jens Michael Wegmann. Nun meldete sich Wegmann zu Wort und äußerte sich zu den Betrugsvorwürfen.

In einem Brief an seine Mitarbeiter räumt er ein Fehlverhalten ein, zumindest, was die Annahme eines Goldarmbandes als Gastgeschenk an seine Frau angeht. "Wir haben klare Regeln für den Umgang mit Geschenken bei ThyssenKrupp. Deshalb war die Annahme eines Armbands als Gastgeschenk mit unbekanntem Wert ein Fehler," schreibt Wegmann.

Auch für ihn als CEO gelten demnach diese Regeln. Deshalb werde nun ein internes Compliance-Verfahren eingeleitet. Von einer "persönlichen Fehde" gegen den verprellten Geschäftspartner könne jedoch keine Rede sein.

Die Entscheidung, den Vertrag mit dem pakistanischen Unternehmen Fa. CSG nicht zu verlängern sei auf "Basis einer unternehmerischen Kosten- und Nutzenabwägung getroffen" worden. Einer weiteren Zusammenarbeit stehe demnach jedoch nichts im Wege.

Anmerkung der Redaktion:

Das aufgrund der Strafanzeige von Asadullah Kazmi eingeleitete Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Essen gegen Jens Michael Wegmann wurde im Februar 2017 gem. § 170 Abs. 2 der Strafprozessordnung eingestellt.

asc



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.