Industriekonzern Thyssenkrupp plant Aufspaltung in zwei Teile

Thyssenkrupp steckt in einer schweren Krise. Nun will sich der Industriekonzern in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen aufspalten. Die Aktionäre reagieren euphorisch.

Thyssenkrupp-Zentrale in Essen
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Thyssenkrupp-Zentrale in Essen


Nach einer monatelangen Führungskrise wird der Essener Thyssenkrupp-Konzern grundlegend umgebaut und dabei in zwei eigenständige Unternehmen aufgespalten. Dies kündigte die Führung an diesem Donnerstag an. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat das entsprechende Konzept auf einer Sitzung am Sonntag vorschlagen.

Ziel seien "zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen", hieß es. Beide sollen an der Börse notiert sein. Auf der einen Seite werde die "Thyssenkrupp Materials AG" unter anderem den 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata enthalten. Hinzu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau. In dem zweiten Unternehmen "Thyssenkrupp Industrials AG" soll dagegen etwa das Geschäft mit Aufzügen oder Zulieferungen für die Autoindustrie gebündelt werden.

Konzern steckt in Führungskrise

An den Börsen kamen die Pläne gut an: Die Aktie schoss nach der Ankündigung um zuletzt rund 13 Prozent in die Höhe. Anleger hoffen offenbar auf einen tiefgreifenden Umbau des gut 200-jährigen Unternehmens mit seinen rund 160.000 Mitarbeitern.

Die überraschenden Abgänge von Vorstandschef Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hatten den Konzern im Sommer in eine tiefe Krise gestürzt. Noch immer machen Thyssenkrupp die Folgen einer milliardenteuren Fehlinvestition zu schaffen. Als Sorgenkind gilt nicht nur die schwächelnde Sparte für Anlagenbau, die vor einer weiteren Umstrukturierung steht. Auch die kurz vor seinem Abgang von Hiesinger eingefädelte Stahlfusion mit Tata ist noch nicht vollzogen.

Zuletzt hatten Aktionäre wie Cevian oder der US-Fonds Elliott Druck auf das Management ausgeübt. Sie forderten einen schnelleren und radikalen Umbau des Konzerns.

hej/dpa-AFX/AFP



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