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11. Juni 2019, 15:09 Uhr

Thyssenkrupp und Tata

EU-Kommission verbietet Stahlfusion

Die Unternehmen haben ihre Pläne schon aufgegeben, nun kommt aus Brüssel das offizielle Verbot. Die EU-Kommission untersagt die Stahlfusion von Thyssenkrupp und Tata.

Nun ist es amtlich: Die EU-Kommission verbietet ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen den Stahlkonzernen Thyssenkrupp und Tata Steel. Die Konzerne hatten das Vorhaben bereits im Mai abgebrochen, weil sich die Ablehnung der Brüsseler Wettbewerbshüter abgezeichnet hatte.

Die Fusion hätte eine Einschränkung des Wettbewerbs und einen Anstieg der Preise bestimmter Stahlsorten bewirkt, teilte die EU-Kommission nun mit. Die beteiligten Unternehmen hätten keine geeigneten Abhilfemaßnahmen angeboten, um die Bedenken der Kommission auszuräumen.

Der Essener Konzern Thyssenkrupp hatte das Vorhaben eines Stahl-Joint-Ventures mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel jahrelang verfolgt und seine Konzernstrategie darauf ausgerichtet. Entsprechend gravierende Auswirkungen hat die Kehrwende von Anfang Mai: Der Konzern kündigte den Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen an - auch wenn das Management sich verpflichtet, dies so weit wie möglich ohne Kündigungen abbauen zu wollen.

Im Zusammenhang mit der gescheiterten Stahlfusion hatte Thyssenkrupp auch die vorgesehene Aufteilung in jeweils einen Konzern für Werkstoffe und Industriegüter abgesagt. Inzwischen hat der Aufsichtsrat die Pläne des Vorstands für eine Neuausrichtung genehmigt: Die einzelnen Sparten sollen selbstständiger werden. Für einige Geschäftsfelder will der Konzern neue Partner suchen, etwa bei der Sparte für Autokomponenten oder den Anlagenbau.

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fdi/Reuters

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