Stahlsparte ThyssenKrupp will Hunderte Arbeitsplätze streichen

Eine halbe Milliarde Euro will ThyssenKrupp in den nächsten drei Jahren in der Stahlsparte sparen. Mehr als 300 Arbeitsplätze sollen laut Betriebsrat wegfallen.

Stahlproduktion bei ThyssenKrupp in Duisburg
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Stahlproduktion bei ThyssenKrupp in Duisburg


Der Industriekonzern ThyssenKrupp will in seiner Stahlsparte Anlagen schließen und Stellen streichen. Voraussichtlich seien mehr als 300 Arbeitsplätze betroffen, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel Europe, Günter Back. Laut dem Betriebsrat stehen Anlagen zur Verarbeitung von Grobblech in Duisburg-Hüttenheim und Bochum vor der Schließung. Der Schwerpunkt der Maßnahmen wird laut Back in Duisburg sein.

Das Unternehmen kündigte an, in den nächsten drei Jahren 500 Millionen Euro einsparen und Teilanlagen schließen zu wollen, machte aber keine Angaben zu der Zahl der betroffenen Arbeitsplätze. Im Mittelpunkt stünden dabei Effizienzsteigerungen bei Personal, Instandhaltung und Reparatur, Logistik, Vertrieb und Verwaltungskosten.

Der Betriebsrat befürchte nun, dass es im Rahmen einer "Salamitaktik" in der Folge noch zu weiteren Stellenstreichungen kommen werde, sagte Back. Zudem könne bei einer möglichen Fusion mit dem Konkurrenten Tata ein weiterer Aderlass drohen. Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte mehrfach betont, dass der geplante Umbau der Stahlsparte unabhängig vom Ergebnis der laufenden Gespräche mit dem Konkurrenten notwendig sei.

Bei den Beschäftigten herrsche große Unsicherheit, sagte Back. "Alles ist möglich. Unsere Stahlbelegschaft ist kämpferisch", so der Betriebsrat. Zunächst einmal wolle der Betriebsrat nun jedoch über die weiteren Schritte beraten. Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch bis zum Jahr 2020 ausgeschlossen.

ThyssenKrupp beschäftigt in seiner Stahlsparte in Deutschland knapp 26.000 Mitarbeiter, davon knapp 22.000 in Nordrhein-Westfalen. Während sich die Stahlbranche insgesamt derzeit über steigende Aufträge freuen kann, hat der Bereich Grobblech in der Vergangenheit nach Angaben des Betriebsrats rote Zahlen erwirtschaftet. Zudem leidet die Branche unter Überkapazitäten, die nach Einschätzung von Konzernchef Hiesinger eine Konsolidierung notwendig machen.

fdi/dpa



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