US-Medienkonzern Time Warner trennt sich vom "Time Magazine"

Herber Rückschlag für den Qualitätsjournalismus in den USA: Der Konzern Time Warner spaltet seine Verlagssparte ab - und damit so prestigeträchtige Zeitschriften wie "Fortune" und "Time". Die Zukunft der Magazine ist ungewiss.

Cover des "Time Magazine": Time Warner spaltet sein Verlagsgeschäft ab
AFP/ Time Magazine

Cover des "Time Magazine": Time Warner spaltet sein Verlagsgeschäft ab


New York - Time Warner setzt seine Verschlankungskur fort. Nach der Internettochter AOL und dem Geschäft mit Kabelanschlüssen trennt sich der US-Medienkonzern nun auch von seinen Zeitschriften. Die Verlagssparte Time Inc. werde bis Ende dieses Jahres als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht, sagte Firmenchef Jeff Bewkes. Durch die Abspaltung könne man sich ganz auf Film und Fernsehen konzentrieren.

Zur Verlagssparte, das dem Konzern Time Warner einen Teil seines Namens gab, gehören traditionsreiche amerikanische Magazine wie "Time", "Sports Illustrated" oder "Fortune". Die Zukunft dieser Qualitätsmedien ist nun ungewiss.

Time Inc. hat mit der Abwanderung von Lesern und Anzeigen ins Internet zu kämpfen. Der Verlag hatte angekündigt, fast 500 seiner 8000 Jobs zu streichen. Der Umsatz der Magazinsparte war im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar geschrumpft. Der operative Gewinn bröckelte um 25 Prozent auf 420 Millionen Dollar.

Time Warner folgt mit dem Verkauf dem Beispiel von Medienmogul Rupert Murdoch. Der spaltete seine Verlagssparte mit dem Flaggschiff "Wall Street Journal" von den wesentlich profitableren elektronischen Medien ab. Dazu zählen vor allem die "Fox"-Sender, aber auch eine Beteiligung am deutschen Bezahlkanal Sky.

Auch Time Warner verdient sein Geld vor allem mit seinen Fernsehsendern. Zum Konzern gehören das Nachrichten-Urgestein CNN, der Unterhaltungskanal TNT oder der Bezahlsender HBO. Zweites großes Standbein ist das Filmstudio Warner Bros. mit Blockbustern wie "Harry Potter" oder "Der Hobbit".

ssu/dpa-AFX



insgesamt 4 Beiträge
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mannauswurst 07.03.2013
1.
Meint der Spiegel damit so nen "Qualitätsjournalismus" wie er ihn selber betreibt oder meint er richtig guten Journalismus ohne das ganze gekreische?
PublicTender 07.03.2013
2.
Zitat von mannauswurstMeint der Spiegel damit so nen "Qualitätsjournalismus" wie er ihn selber betreibt oder meint er richtig guten Journalismus ohne das ganze gekreische?
So was wie sie im Magazin machen, nicht das was sie auf SPON verzapfen. SPON ist Boulevard.
noalk 07.03.2013
3. verständlich
Bei einer Umsatzrendite von nur wenig mehr als 12 % kann man verstehen, dass sich TW von den Magazinen trennen will. Ich frage mich allerdings, wer denn noch in ein so wenig profitables Geschäft investieren will.
johannesmapro 07.03.2013
4.
Erst haben Time / Warner zur Hochzeit der Fusionities fusioniert um die damals angesagten verbünde der medien Konzerne zu schaffen wie auch Bertelsmann, dann hat aol alles übernnommen, dann war aol nichts mehr und die bude hies wieder Time / warner, jetzt wird wieder time in die wüste geschickt und alles heißt wieder warner, man nennt das auch strategisches management
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