Mutmaßlich falsche Werbeversprechen US-Wettbewerbsaufsicht klagt gegen Betreiber von Tinder

Mit Fake-Profilen und betrügerischen Kontaktanzeigen soll das Unternehmen hinter Tinder Kunden abgezockt haben. Nun hat die höchste US-Handelsbehörde Klage eingereicht.
Verkupplungs-Plattform Tinder von Dating-App-Betreiber Match: Mutmaßlich "Hunderttausende" Nutzer in Bezahlabos gelockt

Verkupplungs-Plattform Tinder von Dating-App-Betreiber Match: Mutmaßlich "Hunderttausende" Nutzer in Bezahlabos gelockt

Foto: Leon Neal/ Getty Images

Die US-Wettbewerbsaufsicht FTC hat den Dating-App-Betreiber Match wegen falscher Werbeversprechen angeklagt. Der Konzern, der auch hinter Verkupplungs-Plattformen wie Tinder, Hinge und OkCupid steckt, habe Kunden mit Hilfe betrügerischer Kontaktanzeigen und anderer dubioser Methoden hinters Licht geführt, teilte die FTC am Mittwoch mit.

Demnach machte sich Match etwa die vielen Fake-Profile zunutze, die Kunden Interesse an einer Beziehung vortäuschen. Match habe noch E-Mail-Benachrichtigungen zu Aktivitäten von Profilen versandt, obwohl bereits klar gewesen sein soll, dass es sich um Scheinprofile handelt. Fast 500.000 Nutzer seien damit in Bezahlabos gelockt worden. (Lesen Sie hier  mehr über Tinders Geschäft mit der Liebe)

Außerdem soll Match Kunden in vielen Fällen für angeblich kostenlose Probe-Services abkassiert haben. Darüber hinaus beklagt die Behörde unter anderem auch, dass es Nutzern gezielt erschwert worden sei, zu kündigen.

Match wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück und bezeichnete die Klage als "komplett unbegründet". Tatsächlich bekämpfe der Konzern betrügerische Aktionen auf der Plattform, denn diese seien schlecht fürs Geschäft, hieß es von Match.

85 Prozent der unzulässigen Nutzerkonten würden demnach innerhalb von Stunden abgefangen, 96 Prozent binnen eines Tages. Laut Match habe die FTC den Fall an das Justizministerium gegeben, dieses habe die Vorwürfe jedoch nicht weiterverfolgt.

fek/dpa-AFX
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