Nach Gewinnwarnung Toshiba-Aktien verlieren 40 Prozent in drei Tagen

Abschreibungen haben Toshiba in schwere Turbulenzen gestürzt. Der Aktienkurs des japanischen Elektronikkonzerns erlitt bereits mehrere Tage in Folge zweistellige Verluste.

Toshiba-Werbung am Times Square in New York
REUTERS

Toshiba-Werbung am Times Square in New York


Nach seiner milliardenschweren Gewinnwarnung hat der japanische Elektronikkonzern Toshiba seit Dienstag mehr als 40 Prozent seines Börsenwertes eingebüßt. Allein am Donnerstag brach der Aktienkurs Chart zeigen um 17 Prozent ein.

Das Toshiba-Management hatte am Dienstag mitgeteilt, die Kosten von Projekten der kürzlichen übernommenen Atom-Sparte des Unternehmens Chicago Bridge & Iron (CB&I) seien viel höher als angenommen. CB&I baut Atomkraftwerke und kümmert sich auch um den AKW-Rückbau. Wie groß die Verluste genau ausfallen, soll erst im Februar feststehen. In japanischen Medienberichten war von bis zu 500 Milliarden Yen (4,1 Milliarden Euro) die Rede.

Die Toshiba-Sparte Westinghouse fordert von CB&I zwei Milliarden US-Dollar an Nachzahlungen zurück, da das Betriebsvermögen geringer sein soll als angenommen. CB&I reagierte auf die Vorwürfe mit einer Klage.

Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die bereits auf Ramsch-Niveau gesenkte Bonität der Firma erneut herunter und drohte mit einer weiteren Verschlechterung. Mit "B-" gelten die Anleihen des Unternehmens als hochspekulativ, der Ausblick ist negativ. Die Agentur Moody's senkte ihre Einstufung auf "Caa1", Investitionen in das Unternehmen gelten damit als sehr hohes Risiko. Zudem kündigte Moody's weitere Herabstufungen an.

Für Toshiba ist die Milliardenabschreibung ein neuerlicher Rückschlag. Im Sommer 2015 war bekannt geworden, dass der Konzern seine Bilanzen zwischen 2008 und 2014 um umgerechnet 1,13 Milliarden Euro geschönt hatte. Inzwischen wurde ein großangelegter Konzernumbau eingeleitet; unter anderem trennte sich Toshiba von seiner Medizinproduktsparte.

dab/AFP/Reuters



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