Strafe nach Bilanzskandal Börsenaufsicht fordert von Toshiba 55 Millionen Euro

Toshibas über Jahre hinweg gefälschten Bilanzen dürften den Konzern teuer zu stehen kommen: Die japanische Börsenaufsicht verlangt eine Strafe in Höhe von 55 Millionen Euro. Zudem verklagen Aktionäre das Unternehmen.

Logo von Toshiba: Gewinne zu hoch ausgewiesen
REUTERS

Logo von Toshiba: Gewinne zu hoch ausgewiesen


Toshiba hat jahrelang seine Bilanzen geschönt und seine Gewinne frisiert. Nun fordert die japanische Börsenaufsicht deshalb eine Strafzahlung in Höhe von 7,37 Milliarden Yen (etwa 55 Millionen Euro). Das ist die höchste jemals von ihr verlangte Summe. Die Strafe muss aber noch von einer anderen Behörde bestätigt werden.

Zudem verklagt eine Gruppe von Anteilseignern den Konzern auf Schadensersatz in Höhe von rund 300 Millionen Yen (etwa 2,2 Millionen Euro). Die Kläger hatten Verluste hinnehmen müssen, als der Aktienkurs in Folge des Skandals einbrach. Die 50 Aktionäre reichten ihre Klage beim Bezirksgericht Tokio gegen drei frühere Präsidenten und zwei Finanzchefs ein.

Im Juli war bekannt geworden, dass Toshiba in den sechs Geschäftsjahren von 2008 bis 2014 um umgerechnet 1,13 Milliarden Euro zu hohe Gewinne ausgewiesen hatte. Konzernchef Hisao Tanaka und mehrere Verantwortliche mussten deshalb ihre Posten räumen.

Berichten zufolge prüft die Börsenaufsicht derzeit auch, ob es gegen frühere Toshiba-Manager strafrechtliche Ermittlungen geben soll. Das Unternehmen selbst fordert Schadenersatz von mehreren ehemaligen Verantwortlichen.

Toshiba Chart zeigen rutschte im abgelaufenen Geschäftsjahr in die Verlustzone. Das Unternehmen stellt diverse elektronische Produkte wie Computerchips oder Laptops her, baut aber auch Atomkraftwerke.

mmq/dpa/AFP



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