Konzernkrise Toshiba spaltet seine Chipsparte ab

Erst ein Bilanzskandal, dann ein verlustreiches Atomgeschäft - Toshiba braucht dringend frisches Kapital. Deshalb gliedert der japanische Traditionskonzern jetzt sein Chipgeschäft aus und will einen Teil davon verkaufen.

Toshiba-Werbung am Times Square in New York
REUTERS

Toshiba-Werbung am Times Square in New York


Toshiba hat eine Ausgliederung seiner Chipproduktion beschlossen. Teile davon könnten an einen Interessenten verkauft werden, teilte das Management des angeschlagene japanische Industriekonzerns am Freitag mit.

Insidern zufolge schätzt das Unternehmen den Wert der hochprofitablen Sparte auf umgerechnet etwa acht bis zwölf Milliarden Euro. Verkauft werden sollten weniger als 20 Prozent, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf anonyme Quellen.

Toshiba Chart zeigen braucht dringend Kapital, um finanziell handlungsfähig zu bleiben. Das noch von einem Bilanzskandal aus dem Jahr 2015 geschwächte Traditionsunternehmen ist nach dem Kauf einer US-Firma, die Atomkraftwerke baut, 2016 tiefer in die Krise gerutscht. In diesem Geschäftsbereich laufen Projektkosten aus dem Ruder, was den Mutterkonzern zu drastischen Abschreibungen zwingt.

dab/Reuters/AP



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