Rettungsverkauf Toshiba stößt Chipsparte für 18 Milliarden Dollar ab

Der japanische Mega-Konzern Toshiba kommt langsam wieder ins Gleichgewicht. Nach der Insolvenz der US-Kraftwerkstochter Westinghouse soll der Verkauf der Chipsparte frisches Geld in die Kassen spülen.

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Das monatelange Rennen um die Chipsparte des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba ist entschieden: Für rund 18 Milliarden Dollar erwirbt der US-Finanzinvestor Bain Capital den weltweit zweitgrößten Produzenten von Speicherchips. Als Partner agieren nach offiziellen Angaben der südkoreanische Konkurrent SK Hynix sowie die langjährigen Toshiba-Kunden Apple und Dell.

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, dass der US-Konzern Western Digital das Bieterrennen für sich entscheidet, an dem auch die Foxconn-Mutter Hon Hai beteiligt war.

Toshiba benötigt das Geld aus dem Geschäft umgehend, um sich nach der Insolvenz der US-Kraftwerkstochter Westinghouse neu aufzustellen. Das 140 Jahre alte Unternehmen stellt neben Halbleitern unter anderem Fernseher, Industriekameras, Drucker und Energietechnik her.

Die Kreditgeber hatten den japanischen Traditionskonzern dazu gedrängt, den Verkauf der Chipsparte noch in diesem Monat abzuschließen. Sie argumentierten, dass nur in dem Fall noch genügend Zeit ist, damit die Wettbewerbsbehörden die Transaktion ausreichend prüfen und noch vor Beendigung des laufenden Geschäftsjahres genehmigen können. Sollte dies nicht gelingen, dürfte Toshiba große Finanzprobleme bekommen und müsste sich wohl von der Börse zurückziehen.

ssu/Reuters



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b20a9 20.09.2017
1. Nicht gut
Der Finanzinvestor wird vermutlich kein Interesse an der Fortführung der Sparte haben, sondern diese gewinnbringend verscherbeln. Mit Hynix hat sich ja schon einer der Hauptmitbewerber einen Teil vom Kuchen gesichert. Es ist zu erwarten, dass diese Marktkonsolidierung zu steigenden Preisen führt. Zu den Gewinnern des Deals dürften insbesondere Apple zählen, denn Konkurrent Samsung produziert schon lange eigene Speicherchips. Und Dell will damit vermutlich beim Chipeinkauf die Verhandlungsbasis stärken und Einkaufspreise drücken. Insbesondere von Apple ist nicht zu erwarten, dass Sie eventuelle Einsparungen an den Endkunden weitergeben. Die Aktionäre wirds freuen!
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