Quartalszahlen Mineralölkonzerne Total und Shell machen erneut Milliardengewinne

Der hohe Ölpreis spült den Mineralölfirmen Total und Shell jeweils mehr als sechs Milliarden Dollar in die Kassen – das weckt nicht nur bei Aktionären Begehrlichkeiten, sondern auch in der Politik.
Raffinerie von Total im französischen Donges: Bonus für die Belegschaft

Raffinerie von Total im französischen Donges: Bonus für die Belegschaft

Foto: REUTERS

Die hohen Energiepreise machen sich für die Ölkonzerne Shell und TotalEnergies erneut bezahlt: Im dritten Quartal von Juli bis September machte Shell 6,7 Milliarden Dollar Gewinn. Der französische Rivale TotalEnergies wies ein Plus von 6,6 Milliarden Dollar aus. Während Shell ein Aktienrückkaufprogramm ankündigte, stellte TotalEnergies seinen Beschäftigten einen Bonus in Aussicht.

Der britische Ölriese Shell hatte im Vorjahresquartal noch einen Verlust von 447 Millionen Dollar ausgewiesen – entsprechend groß war die Steigerung auf die nun 6,7 Milliarden Dollar Gewinn. Der Konzern will Aktien im Wert von vier Milliarden Dollar zurückkaufen, was den Aktienkurs steigen lassen dürfte.

Der französische Konzern TotalEnergies steigerte den Gewinn im Vergleich zum dritten Quartal 2021 um 43 Prozent. Das Unternehmen kündigte an, alle Beschäftigten würden einen Bonus in Höhe eines Monatsgehalts bekommen.

Forderung nach Übergewinnsteuer

Ihre milliardenschweren Gewinne machen die Ölmultis aber zur Zielscheibe für die Politik: Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte dem Sender BFM Business, der hohe Gewinn erlaube es, den Autofahrern in Frankreich einen Rabatt zu zahlen und die Löhne der Beschäftigten anzuheben. In Frankreich wird auch wie in vielen anderen Staaten über eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne diskutiert.

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Auch in Großbritannien, wo es bereits eine Übergewinnsteuer für Mineralölfirmen gibt, machte die Politik die Milliardengewinne zum Thema: »Trotz der boomenden Profite« gebe es noch immer »keine ordentliche Übergewinnsteuer für Energieproduzenten«, twitterte die Oppositionspolitikerin Rachel Reeves von der Labour-Partei.

Die bereits bestehende Sondersteuer kostete Shell nach Unternehmensangaben im dritten Quartal in Großbritannien rund 361 Millionen Dollar. Im vierten Quartal erwartet der Konzern laut Angaben des Finanzchefs keine Belastungen durch die Steuer, weil diese mit Investitionen in ein neues Öl- und Gasfeld verrechnet werden kann.

mic/AFP/AP
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