Toter im Pool Madoff-Freund ertrank nach Herzinfarkt

Es sah aus wie ein mysteriöser Fall, doch jetzt steht die Todesursache fest: Der Madoff-Vertraute Jeffry Picower, der in seinem Pool aufgefunden wurde, ist offenbar auf natürliche Weise ums Leben gekommen - laut Gerichtsmedizin ertrank er nach einem Herzinfarkt.


Palm Beach - Er war ein Freund des US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff, und er soll von dessen Schneeballsystem profitiert haben: Jeffry Picower, 67 Jahre alt. Am Montagmorgen wurde bekannt, dass Picower nicht mehr lebt - er wurde im Pool seines Hauses aufgefunden.

Zunächst war nicht klar, wie er ums Leben gekommen ist. Nun stellt die Gerichtsmedizin klar: Picower ist ertrunken. Er habe beim Schwimmen einen Herzanfall erlitten, teilte ein Gerichtsmediziner am Montagabend mit.

Der 67-Jährige wurde am Sonntag von seiner Frau am Boden des Beckens entdeckt und starb kurz darauf im Krankenhaus. Ein Anwalt der Familie erklärte, Picower habe an Parkinson gelitten und sei herzkrank gewesen.

Der Anwalt und Buchhalter leitete gemeinsam mit seiner Frau Barbara die nach ihnen benannte Picower-Stiftung, eine der führenden gemeinnützigen Stiftungen der USA. Sie unterstützte Einrichtungen wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT), Human Rights First und die Öffentliche Bibliothek von New York mit Millionenbeträgen. Zuwendungen erhielt auch die Diabetes-Forschung der Universität Harvard.

Das Vermögen der Stiftung wurde von Madoff verwaltet. Picower wurde von geschädigten Investoren beschuldigt, von dem betrügerischen Schneeballsystem Madoffs gewusst und in einer Größenordnung von mehr als sieben Milliarden Dollar profitiert zu haben. Er stand auf der Forbes-Liste der 400 reichsten US-Bürger an Platz 371.

Zu einem Prozess ist es bislang nicht gekommen, Picower hatte die Einstellung des Verfahrens beantragt. Nach dem Madoff-Skandal kündigte die Stiftung im Dezember an, sie werde ihre Arbeit einstellen müssen.

wal/AP



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