Berliner Finanz-Start-up Trade Republic ist jetzt fünf Milliarden Euro wert

Die Berliner bieten online provisionsfrei Geldanlagen an. Um Expansionspläne zu finanzieren, hat Trade Republic 900 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt – und steigt damit zu Europas wertvollstem Finanz-Start-up auf.
Logo von Trade Republic

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Foto: Thomas Trutschel / imago images/photothek

Der deutsche Online-Broker Trade Republic wird nach der jüngsten Finanzierungsrunde mit einem Unternehmenswert von fünf Milliarden Dollar bewertet. Damit ist das Unternehmen eines der wertvollsten europäischen Fintechs. 900 Millionen Dollar seien bei Investoren eingesammelt worden, teilte das in Berlin ansässige Unternehmen mit. Der US-Wagniskapital-Geber Sequoia – bekannt durch Beteiligungen an Apple, Google und dem schwedischen Bezahldienst Klarna – führte die Finanzierungsrunde mit seiner bisher größten Geldspritze in ein europäisches Start-up an.

»Das ehrt uns«, sagte Firmengründer Christian Hecker. Das zusätzliche Kapital will Hecker unter anderem in die europäische Expansion stecken. »Wir wollen in den nächsten zwei Jahren überall in der Eurozone vertreten sein«, sagte er.

Firma schließt Börsengang derzeit aus

Bisher zählt Trade Republic eine Million Kunden in Deutschland, Österreich und Frankreich und verwaltet ein Vermögen von sechs Milliarden Euro. Das Unternehmen wurde 2015 gegründet, ist aber erst seit zwei Jahren am Markt aktiv. »Wir sind der einzige Online-Broker in Europa mit Banklizenz, der zudem über eine eigene Technologie verfügt«, sagte Hecker, er sieht darin auch einen Hauptgrund für das große Investoreninteresse.

Neben Sequoia beteiligten sich TCV und Thrive Capital sowie die Bestandsinvestoren Accel, Creandum, Founders Fund und Project A an der inzwischen dritten Finanzierungsrunde. Die Bewertung von nunmehr rund fünf Milliarden Dollar ist laut Hecker aber kein Grund, den Gang an die Börse ins Visier zu nehmen.

Aktuell bietet Trade Republic provisionsfrei ETF- und Aktiensparpläne an und ermöglicht Anlagen in Kryptowährungen. Auch einzelne Aktienkäufe sind auf der Plattform relativ billig. Das liegt daran, dass Trade Republic nur mit wenigen ausgewählten Handelsplätzen und Anbietern von Zertifikaten kooperiert, die bereit sind, Rückvergütungen zu bezahlen. So sind Kunden auf eine kleine Auswahl der theoretisch verfügbaren Papiere beschränkt – nämlich auf jene, die auch dem Unternehmen finanziell etwas bringen.

beb/Reuters
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