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Trotz besserer Auftragslage Deutsche Industrie baut massiv Stellen ab

Die deutsche Wirtschaft erholt sich langsam, die Auftragslage wird besser. Dennoch baut die deutsche Industrie massiv Stellen ab, besonders im Maschinenbau und in der Autoindustrie fallen Jobs weg. Das Job-Minus ist so groß wie seit 1995 nicht mehr.
Schweißarbeiter in der Metallindustrie: Tempo der wirtschaftlichen Erholung reicht nicht aus

Schweißarbeiter in der Metallindustrie: Tempo der wirtschaftlichen Erholung reicht nicht aus

Foto: ddp

Wiesbaden - Trotz verbesserter Auftragslage baut die deutsche Industrie massiv Stellen ab. Ende September zählten die Betriebe des verarbeitenden Gewerbes noch gut fünf Millionen Beschäftigte. Das waren 233.000 oder 4,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit fiel der prozentuale Rückgang genauso stark aus wie im August. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit.

Ein größeres Minus hat es seit Januar 1995 nicht mehr gegeben. Und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet vorerst keine Trendwende. "Das Tempo der wirtschaftlichen Erholung reicht nicht aus, um die Beschäftigung stabil zu halten", sagte DIW-Konjunkturchef Christian Dreger.

Die exportabhängige Industrie hatte um den vergangenen Jahreswechsel herum wegen der weltweiten Rezession die heftigsten Auftragseinbrüche der Nachkriegszeit erlitten. Seit März zieht die Nachfrage von Monat zu Monat zwar wieder an. Einer Studie der Commerzbank zufolge werden bis Jahreswechsel aber erst rund ein Viertel der zuvor erlittenen Produktionseinbrüche aufgeholt sein.

Nur der starke Einsatz der Kurzarbeit verhinderte bislang, dass noch mehr Stellen in der Industrie gestrichen wurden. "Aber die Unternehmen können nicht endlos auf Kurzarbeit setzen", sagte DIW-Experte Dreger. "Es muss deshalb befürchtet werden, dass auch hochqualifizierte Beschäftigte ihren Job verlieren werden."

Nach Schätzungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gibt es im verarbeitenden Gewerbe derzeit etwa eine Million Kurzarbeiter. Überdurchschnittlich viele Jobs fielen im Maschinenbau (minus 4,5 Prozent), in der Autoindustrie (minus 4,8), bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren (minus 5,4) sowie bei den Metallerzeugern (minus 6,5) weg. Lediglich die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln stockten ihre Belegschaft um 1,5 Prozent auf.

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nahm insgesamt um 8,9 Prozent auf 642 Millionen ab, obwohl der September in diesem Jahr einen Arbeitstag mehr zählte. "Dies dürfte insbesondere auf die starke Nutzung von Kurzarbeit zurückzuführen sein", erklärte das Statistische Bundesamt. Die Bruttolöhne und -gehälter schrumpften um 5,4 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro.

Die Statistiker ermitteln die Beschäftigtenzahlen monatlich, Basis sind die Betriebe der Branche mit mehr als 50 Mitarbeitern.

fro/Reuters/AP

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