Konjunktur Deutsche Exporteure rechnen mit deutlichem Plus

Die deutschen Exporteure blicken trotz Brexit und Handelsstreit noch optimistisch auf die kommenden Monate. Die Prognose: Die Ausfuhren könnten in diesem Jahr um bis zu drei Prozent wachsen.

Hafenkräne in Hamburg
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Hafenkräne in Hamburg


Die deutsche Wirtschaft hat eher schwache Monate hinter sich. Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat Spuren hinterlassen, und die Gefahr eines ungeregelten Brexits ist hoch. Dennoch erwartet der Außenhandelsverband BGA für das laufende Jahr ein Wachstum der deutschen Exporte von bis zu drei Prozent.

"Überall auf der Welt wird nach wie vor gebaut, investiert und vor allem konsumiert", sagte BGA-Präsident Holger Bingmann der "Welt". "Die Situation ist nicht krisenhaft. Wir erwarten deshalb, dass wir in diesem Jahr durch ein Tal müssen, aber dass es relativ schnell sogar wieder etwas besser wird, wenn die offenen Probleme und Risiken nicht eskalieren bzw. sich nicht realisieren. Wir rechnen schon 2020 wieder mit einer leichten Erholung."

Im kommenden Jahr sei dann ein Anstieg der Ausfuhren um 3,5 Prozent möglich. Für das abgelaufene Jahr hatte der BGA seine Prognose im Oktober auf 3,5 von davor plus fünf Prozent gesenkt.

"Wir haben intern auch gerungen, mit welcher Prognose wir in dieses Jahr gehen sollten", sagte Bingmann zu den Wachstumsaussichten für 2019. Selbst ein geordneter Brexit könnte Deutschland 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte vom Bruttoinlandsprodukt kosten. Grundsätzlich sei die Verfassung der Weltwirtschaft aber robust genug, um deutschen Exporteuren bessere Geschäfte zu sichern.

"Grundsätzlich dürften die deutschen Unternehmen im europäischen Vergleich am besten auf einen harten Brexit vorbereitet sein, weil sie viel Erfahrung mit Ländern außerhalb der EU haben, in denen es nicht immer ganz einfach ist, Geschäfte zu machen", sagte Bingmann.

Zu den größten Sorgen mit Blick auf den Brexit sagte der BGA-Präsident, viele Unternehmer bezweifelten, dass die Briten eine schnelle Warenabfertigung organisieren könnten. Auch bei Produktzulassungen - etwa im Chemiehandel - oder beim Umgang mit personenbezogenen Daten bei der Lohnbuchhaltung für Mitarbeiter auf der Insel gebe es große Herausforderungen.

Trotz aller Risiken für die Unternehmen lehnt Bingmann aber größere Brexit-Nachverhandlungen ab. "Die EU sollte jetzt auf gar keinen Fall nochmal stark nachlegen oder den Briten mit weitreichenden Zugeständnissen entgegenkommen", sagte er. "Es gibt ein Abkommen, das nun wirklich unter beiderseitigem Zähnezusammenbeißen ausgehandelt wurde und in dem beide Seiten massive Zugeständnisse gemacht haben. Daran sollte nicht mehr gerüttelt werden."

mmq/Reuters/dpa



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Das dazu 23.01.2019
1. Diese Experten
Da wird Lagarde vom IWF zitiert, das Deutschlands Prognose nur noch 1,3% sei. Der deutsche Außenhandel, bekanntlich der Motor Deutschlands, rechnet mit einer Steigerung der Ausfuhren um bis zu 3%. Das dies nicht vergleichbar ist, ist klar. Aber doch sollte diese Kaffesatzleserei endlich mal als das bewertet werden, was es ist: Pfeifen im dunklem Wald. "Wir haben intern auch gerungen, mit welcher Prognose wir in dieses Jahr gehen sollten", sagte Bingmann... Das sagt doch alles. Im Jahr davor musste man von 5% auf 3,5% reduzieren. Es ist also reine Kaffeesatzleserei, die aus Propagandazwecken die Stimmung manipulieren soll. Wozu eigentlich? Das die Menschen nicht den Kopf in den Sand stecken oder mehr Anteil am Gewinn fordern? Das man anschliessend sagen kann, ohhh, es ist alles schlecht gekommen, wir müssen Steuern senken, Löhne reduzieren etc? Den Unternehmen in Deutschland geht es gut, den Arbeitnehmern nicht allen. Das sollte angegangen werden, solange es noch möglich ist.
Nonvaio01 23.01.2019
2. was denn nun?
vor ein paar tagen gab es einen artikel wonach der Brexit MRD kostet fuer deutschland. Nun heisst es Export legt um 2-3% zu. Sind da schon die 0.4% evtl rueckgang einberechnet durch Brexit?
marcaurel1957 23.01.2019
3.
Zitat von Das dazuDa wird Lagarde vom IWF zitiert, das Deutschlands Prognose nur noch 1,3% sei. Der deutsche Außenhandel, bekanntlich der Motor Deutschlands, rechnet mit einer Steigerung der Ausfuhren um bis zu 3%. Das dies nicht vergleichbar ist, ist klar. Aber doch sollte diese Kaffesatzleserei endlich mal als das bewertet werden, was es ist: Pfeifen im dunklem Wald. "Wir haben intern auch gerungen, mit welcher Prognose wir in dieses Jahr gehen sollten", sagte Bingmann... Das sagt doch alles. Im Jahr davor musste man von 5% auf 3,5% reduzieren. Es ist also reine Kaffeesatzleserei, die aus Propagandazwecken die Stimmung manipulieren soll. Wozu eigentlich? Das die Menschen nicht den Kopf in den Sand stecken oder mehr Anteil am Gewinn fordern? Das man anschliessend sagen kann, ohhh, es ist alles schlecht gekommen, wir müssen Steuern senken, Löhne reduzieren etc? Den Unternehmen in Deutschland geht es gut, den Arbeitnehmern nicht allen. Das sollte angegangen werden, solange es noch möglich ist.
Das ist schlicht Unsinn, natürlich ist es auch mit wissenschaftlichen Methoden genausowenig möglich das Wetter als auch die Konjunktur exakt zu prognostizieren. Auch das Ergebnis so mancher medizinischen Behandlung ist nicht sicher zu prognostizieren. Dennoch würde keinseriöser Mensch dies als „Kaffesatzleserei“ bezeichnen...und daraus gleich Manipulation ableiten zu wollen entweder bösartig oder zeigt Unwissenheit.
Spiegelleserin57 23.01.2019
4. Was denn nun ?
Was soll da noch glauben? Jeder hat seine Meinung...Alles offen...So glaubt man am besten nichts! Am Ende des Jahres weiss man mehr!
martin2011ac 23.01.2019
5. Deutschland ist nicht Exportweltmeister, sondern Export Schmarotzer
Löhne rauf,, Steuern runter, Konsum anheitzen. Hättet ihr noch die DM, ihr hätte das alles schon längst gemacht, eben um eure Exporte nicht zu gefährden. Während euer Internet auf den Schrotthaufen gehört, gefällt sich eure Regierung in ihrer schwarzen Null. Gleichzeitig zerbröselt die EU, weil Deutschland ist nicht Exportweltmeister, sondern ein Schmarotzer, welcher sich nicht an die Grundlagen der WTO Verträge hält, in welchen geschrieben steht, das die Handelsbilanzen ausgeglichen sein sollen. MfG aus Spanien.
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