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28. Oktober 2010, 14:17 Uhr

Trotz Fußball-WM

Deutsche trinken weniger Bier

Der Bierkonsum in der Bundesrepublik ist deutlich gesunken: Nach dem WM-Monat Juli wurde deutlich weniger Gerstensaft getrunken. Deutschland sei jedoch "noch immer eine Biernation", sagen die Brauer.

Wiesbaden - Die Fußball-Weltmeisterschaft war ein Erfolg für die Brauereien. Danach nahm der Bierdurst der Deutschen jedoch wieder stark ab. Von Juli bis September gingen 27,1 Millionen Hektoliter Bier über Ladentische und Theken. Das waren 0,5 Millionen Hektoliter oder 1,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2009, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im WM-Monat Juli war der Absatz im Jahresvergleich noch um 5,6 Prozent gestiegen.

Der Bierabsatz gehe schon seit 30 Jahren zurück, sagte der Sprecher des Deutschen Brauer-Bunds, Marc-Oliver Huhnholz. "Deutschland ist aber noch immer eine Biernation und wird es auch noch lange bleiben. Wir klagen auf hohem Niveau, wenn überhaupt."

Allerdings gehe er davon aus, dass die Nachfrage nach Bier auch auf lange Sicht sinke. "Die Konsum- und Lebensgewohnheiten ändern sich." Deshalb investiere die Branche etwa in alkoholfreies Bier und Biermischgetränke.

Die Zahlen des Bundesamt belegen: Von Biermischungen etwa mit Limonade, Cola und Fruchtsäften wurden im dritten Quartal dieses Jahres 2,1 Prozent mehr abgesetzt als im Jahr zuvor. Die 1,3 Millionen Hektoliter machen jedoch nur knapp fünf Prozent am Gesamtabsatz aus. So betont Huhnholz: "Das ist natürlich nicht geeignet, den sinkenden Absatz auszugleichen."

In den Zahlen sind alkoholfreie Biere, Malzbiere sowie Bierexporte von außerhalb der EU nicht enthalten. Mit 84 Prozent war der überwiegende Teil des Bierabsatzes für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurde entsprechend versteuert. Allerdings ging die versteuerte Menge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent zurück. Von steuerfreien Bieren - etwa Exporte und Haustrunk - wurden mit 4,3 Millionen Hektoliter 9,8 Prozent mehr abgesetzt. Etwa drei Viertel der Menge ging dabei in EU-Staaten. Rund vier Millionen Liter Bier gingen als Haustrunk an die Mitarbeiter der Brauereien - ein Minus von 6,1 Prozent.

wit/dpa/dapd

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