Trotz Sanktionen Import aus Iran steigt kräftig

Trotz Atomstreit und Strafmaßnahmen ist der deutsche Handel mit Iran ein Milliardengeschäft: Der Energiehunger der Bundesrepublik führte 2010 zu einem rasanten Anstieg der Einfuhren. Die Islamische Republik kaufte im Gegenzug vor allem Maschinen.
Irans Präsident Ahmadinedschad: Sein Land besitzt große Energievorkommen

Irans Präsident Ahmadinedschad: Sein Land besitzt große Energievorkommen

Foto: REUTERS/ President.ir

Berlin - Der deutsche Import aus Iran ist trotz des Atomstreits und internationaler Sanktionen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: Die Einfuhren aus der Islamischen Republik schnellten von Januar bis November um gut 75 Prozent auf 807 Millionen Euro nach oben. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Ausschlaggebend war vor allem, dass sich die deutschen Gas- und Ölimporte aus dem Land am Persischen Golf mehr als verdoppelten.

Aber auch für deutsche Firmen ist das Geschäft mit Iran etwas lukrativer geworden - und dies, obwohl einige Großkonzerne wie Siemens   keine neuen Aufträge aus dem Land mehr annehmen. Der Export legte von Januar bis November um 2,5 Prozent auf etwa 3,5 Milliarden Euro zu. Die Iraner kauften vor allem mehr deutsche Maschinen: Dieser Bereich verzeichnete ein Plus von 17,5 Prozent.

Europas größter Technologiekonzern Siemens hatte vor einem Jahr angekündigt, keine Aufträge aus Iran mehr anzunehmen. Auch andere Unternehmen wie der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp   stoppten sämtliche Geschäfte mit der Islamischen Republik.

Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Energieprogramms den Bau von Atomwaffen anzustreben. Auch auf Druck von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten die 27 EU-Staaten im vergangenen Sommer zusätzliche Strafmaßnahmen gegen den Iran beschlossen. Diese gehen deutlich über die von den Vereinten Nationen verhängten Sanktionen hinaus.

nib/Reuters
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