Nach Trump-Dekret gegen TikTok und WeChat Börsenkurse in China und Hongkong geben stark nach

Unruhe an den Börsen: Nach dem Trump-Dekret gegen TikTok und WeChat geben chinesische Aktien stark nach. Genau das könnte der US-Präsident beabsichtigt haben.
Aktienkurve an der Pekinger Börse (Archivbild)

Aktienkurve an der Pekinger Börse (Archivbild)

Foto: NICOLAS ASFOURI/ AFP

Börsenminus in China und Hongkong: Nachdem die Trump-Regierung per Dekret US-Geschäfte mit der TikTok-Inhaberfirma ByteDance und WeChat-Betreiber Tencent verboten hat, gaben die Kurse stark nach. Zwar soll das Transaktionsverbot mit ByteDance und Tencent erst in 45 Tagen in Kraft treten und könnte noch per Gericht gekippt werden. Trotzdem fiel etwa der chinesische Aktienindex CSI300 am Ende der Vormittagssitzung um 1,7%, der Hong Kong China Enterprises Index gab sogar um 2,1% nach. Auch die Tech-Aktien fielen auf breiter Front.

Besonders hart traf es Tencent selbst: Die Aktien des chinesischen Technologieriesen stürzten am Freitagmorgen nach dem US-Verbot um bis zu 10,1% ab. Der vorläufige Verlust betrug 6,75 Prozent - das entspricht einem Börsenwert von fast 50 Milliarden Dollar (42 Milliarden Euro). Genau darauf hatte die Trump-Regierung wohl spekuliert, die eine Übernahme des US-Geschäfts etwa von TikTok durch Microsoft forciert.

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Um den Druck weiter zu erhöhen, haben Beamte der Trump-Administration den Präsidenten auch dazu gedrängt, an US-Börsen handelnde chinesische Unternehmen, die die US-Prüfungsanforderungen bis Januar 2022 nicht erfüllen, von der Liste zu streichen.

Die Folge: Vorsichtige Anleger - und unter Druck stehende Aktien-Indizes. Die Anleger seien vorsichtig geworden, da die wichtigsten chinesischen Indizes auf dem derzeitigen Niveau unter Druck ständen, nachdem sie sich von den Anfang Juli erreichten Mehrjahreshöchstständen zurückgezogen hätten, sagte Jin Jing, ein Analyst bei Caitong Securities.

Chinas Exporte legen um 7,2 Prozent zu

Gleichzeitig ist die chinesische Wirtschaft insgesamt auf Erholungskurs: Chinas Exporte stiegen im Juli mit einem Plus von 7,2 Prozent gegenüber Vorjahr so schnell wie seit sieben Monaten nicht mehr, während die Importe um 1,4 Prozent zurückgingen.

caw/AP/Reuters
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